Im Löwenkäfig herrscht Alarmstufe Rot: 1860 München taumelt personell angeschlagen in den Drittliga-Auftakt gegen Rot-Weiss Essen. Beim gestrigen Abschlusstraining fehlten gleich fünf potenzielle Stammspieler. Besonders bitter: Neuzugang Raphael Ott zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu und wird definitiv fehlen. Die Münchner Problemzone liegt aktuell im defensiven Mittelfeld, wo die Personalnot am größten ist.
«Die Situation ist herausfordernd, aber wir werden eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bringen», betont 1860-Coach Argirios Giannikis mit erkennbarer Anspannung. Neben Ott müssen die Löwen wahrscheinlich auch auf Abdenego Nankishi, Patrick Hobsch und Tobias Heiland verzichten. Im Grünwalder Stadion war gestern die Nervosität förmlich greifbar. Sportchef Christian Werner arbeitet fieberhaft an Verstärkungen. «Wir sind mit einem defensiven Mittelfeldspieler in fortgeschrittenen Gesprächen», verriet er mir nach dem Training.
Die Münchner setzen nun auf ihre traditionelle Heimstärke. Im Vorjahr gewannen sie gegen RWE mit 2:0. Doch die Essener reisen mit breiter Brust an. «1860 hat individuelle Qualität, aber wir haben einen klaren Plan», erklärt RWE-Trainer Christoph Dabrowski selbstbewusst. Für beide Teams ist ein erfolgreicher Saisonstart immens wichtig. Die Spannung steigt. Wenn im Grünwalder am Samstag um 14 Uhr der Ball rollt, werden taktische Flexibilität und Mentalität entscheiden.