Seit dem Sommer 2023 sind Berliner Freibäder immer wieder Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen. Allein im letzten Jahr registrierte die Polizei 57 Körperverletzungen in den Bädern der Hauptstadt. Nun sollen Sportangebote die angespannte Situation entschärfen.
«Sport verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft und schafft ein Gemeinschaftsgefühl», erklärt Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger. Die Berliner Bäderbetriebe setzen daher auf ein neues Konzept: In sechs Freibädern werden diesen Sommer Basketball, Beachvolleyball und andere Sportaktivitäten angeboten. Die Initiative «Sport im Park» wird vom Senat mit 200.000 Euro gefördert und soll besonders Jugendliche ansprechen. Gleichzeitig bleiben Sicherheitsmaßnahmen wie Ausweiskontrollen und Taschenkontrollen bestehen.
Als langjährige Beobachterin der Berliner Bäderlandschaft fällt mir auf, wie sich die Stimmung in den letzten Jahren verändert hat. Wo früher entspanntes Planschen im Vordergrund stand, herrscht heute oft eine unterschwellige Anspannung. Der Sportverein Seitenwechsel e.V. wird das Programm betreuen. «Wir schaffen gezielt Angebote für junge Menschen, die sonst wenig strukturierte Freizeitaktivitäten haben», sagt Vereinsvorstand Maria Weber.
Die Berliner hoffen auf einen friedlichen Freibadsommer. Ob die Sportangebote tatsächlich Konflikte reduzieren können, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Eines steht jedoch fest: Die Kombination aus präventiven Angeboten und klaren Regeln könnte ein vielversprechender Ansatz sein, um die Berliner Badekultur wiederzubeleben.