Die schlauen Räuber mit den Masken: Sie tappen nachts durch unsere Gärten, plündern Mülltonnen und hinterlassen Chaos. Waschbären haben sich in deutschen Städten längst heimisch gefühlt. Ihre Population wächst rasant – bis zu 600.000 Tiere sollen mittlerweile in Deutschland leben. Nun greift man in Kassel zu drastischen Maßnahmen: Eine Massensterilisation soll die Vermehrung eindämmen.
«Waschbären sind extrem anpassungsfähig und haben kaum natürliche Feinde in unseren Städten», erklärt Dr. Martina Weber vom Deutschen Jagdverband. Die ersten Tiere wurden bereits operiert, doch die Methode ist umstritten. Während Behörden auf den Erfolg des Pilotprojekts hoffen, kritisieren Tierschützer die Eingriffe als zu invasiv.
Vergangenen Herbst beobachtete ich selbst eine Waschbärfamilie in meinem Garten. Faszinierend, wie geschickt sie mit ihren Pfoten Dinge untersuchten. Doch die Schäden an Dachböden und in Gärten sind erheblich. In meiner Nachbarschaft wurden bereits mehrere Dächer beschädigt.
Die Folgen der Waschbär-Invasion gehen über lästige Mülltonnen-Plünderer hinaus. Als invasive Art bedrohen sie heimische Vogelarten und können Krankheiten übertragen. Die Frage bleibt: Ist Sterilisation der richtige Weg? Nicht alle sind davon überzeugt. Vielleicht brauchen wir einen differenzierteren Umgang mit den pelzigen Einwanderern – zwischen romantischer Verklärung und radikaler Bekämpfung.