Die Schulferien in Hamburg neigen sich dem Ende zu, doch zum Schulstart am kommenden Donnerstag fehlen noch 58 Lehrkräfte. Dies teilte die Schulbehörde gestern mit. Von insgesamt 1.092 ausgeschriebenen Stellen konnten bisher 94,7 Prozent besetzt werden – ein leicht besserer Wert als im Vorjahr.
„Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel», erklärt Schulsenatorin Ksenija Bekeris. Die Lücken sollen vorerst durch Vertretungslehrkräfte und Mehrarbeit geschlossen werden. Besonders im Grundschulbereich und bei Förderschulen bestehen noch Engpässe. Der Lehrerverband Hamburg zeigt sich besorgt: „Die chronische Unterbesetzung belastet das gesamte System», so Verbandssprecher Klaus Weber.
In den Stadtteilen Wilhelmsburg und Billstedt ist die Situation besonders angespannt. Hier fehlen vor allem Lehrkräfte für Mathematik und Naturwissenschaften. Bei meinem Besuch an der Stadtteilschule Wilhelmsburg berichtete Schulleiterin Maren Schmidt von kreativen Lösungen: „Wir bilden verstärkt Lernteams, um den Unterricht abzusichern.»
Die Stadt investiert nun zusätzlich in Quereinsteiger-Programme und verbesserte Arbeitsbedingungen. Trotz der Herausforderungen bleibt positiv: Die meisten der 257.000 Hamburger Schülerinnen und Schüler werden pünktlich zum Schuljahresbeginn von qualifizierten Lehrkräften unterrichtet.