Der Schnee fällt sanft auf den leeren Platz vor der Tafel in Potsdam. Hier, wo sonst Schlangen stehen, herrscht heute Stille. Zwischen Weihnachten und Neujahr bleiben viele Tafeln in Brandenburg geschlossen. Eine Zeit, die für Bedürftige besonders schwer wiegt.
Die ehrenamtlichen Helfer brauchen Pausen. Sie haben das ganze Jahr Lebensmittel gerettet und verteilt. «Unsere Mitarbeiter sind am Limit«, erklärt Barbara Schmidt, Leiterin der Brandenburger Tafelkoordination. «Die Nachfrage ist seit der Inflation um fast 30 Prozent gestiegen.» Besonders in Cottbus und Frankfurt (Oder) spüren die Teams den Andrang.
Letzte Woche half ich beim Packen der Notpakete. Eine alleinerziehende Mutter fragte besorgt nach den Öffnungszeiten über die Feiertage. Ihr Blick sprach Bände. Für Menschen wie sie haben einige Kommunen Notfallpläne entwickelt. In Potsdam öffnet die Suppenküche «Machbar» auch zwischen den Jahren. Kirchengemeinden springen ein, besonders in kleineren Orten.
Was mich beeindruckt: Die Solidarität wächst trotz aller Herausforderungen. Nachbarn organisieren private Hilfsaktionen, Bäckereien stellen übriggebliebene Waren vor die Tür. In einer Zeit, in der vieles teurer wird, zeigt sich Menschlichkeit oft im Kleinen. Vielleicht ist das die wertvollste Weihnachtsbotschaft dieses Jahres.