Der Jahreswechsel steht bevor, und mit ihm die traditionellen Feuerwerke. Während wir Menschen uns am bunten Himmelsspektakel erfreuen, bedeutet der Lärm für Wildtiere puren Stress. Ich beobachte seit Jahren, wie sich die Debatte um Böller verschärft. Naturschutzverbände warnen eindringlich vor den Folgen für unsere Tierwelt. Besonders in diesem Winter, wo viele Tiere wegen der milden Temperaturen noch aktiv sind.
Vögel geraten in Panik, verlassen ihre sicheren Schlafplätze und verbrauchen lebenswichtige Energiereserven. Igel werden aus dem Winterschlaf gerissen. Rehe fliehen kopflos und riskieren Unfälle. «Die Tiere erleben Silvester als Kriegsgebiet», erklärt Nabu-Experte Martin Rümmler. «Der plötzliche Lärm löst existenzielle Ängste aus.» Letztes Jahr fand ich selbst einen erschöpften Singvogel auf meinem Balkon. Er hatte sich in seiner Panik verirrt.
Die Alternative liegt auf der Hand: zentrale Feuerwerke statt privater Böllerei. In meiner Nachbarschaft haben wir letztes Jahr eine böllerfreie Silvesterfeier organisiert. Mit Lichtershows und Musik. Die Resonanz war überraschend positiv. Der Tierschutzbund appelliert: Nehmen wir Rücksicht auf die Mitgeschöpfe, mit denen wir unseren Lebensraum teilen. Die wahre Qualität des Feierns liegt nicht im Krach, sondern im gemeinsamen Erleben. Vielleicht ist es Zeit für neue Traditionen.