Ein Zusammenstoß zwischen einem hochwertigen Sportwagen und einer Stadtbahn hat am gestrigen Nachmittag in Stuttgart-Mitte für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Nach Angaben der Polizei Stuttgart kam es gegen 16:30 Uhr an der Kreuzung Wilhelmsplatz/Königstraße zu einer Kollision zwischen einem Porsche und einer Stadtbahn der Linie U12.
Der 45-jährige Fahrer des schwarzen Porsche 911 befuhr die Königstraße in Richtung Hauptbahnhof, als er offenbar die herannahende Stadtbahn übersah. Ersten Ermittlungen zufolge missachtete der Porschefahrer das Rotlicht der Ampelanlage. Die Stadtbahn, die in Richtung Bad Cannstatt unterwegs war, konnte trotz Gefahrenbremsung den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.
«Ich hörte nur einen lauten Knall und dann das Quietschen der Bremsen», berichtet Augenzeugin Marie Schmidt, die zum Unfallzeitpunkt an der Haltestelle wartete. «Zum Glück fuhr die Bahn nicht mit voller Geschwindigkeit, sonst wäre es wohl noch schlimmer ausgegangen.»
Bei dem Unfall wurden glücklicherweise weder der Autofahrer noch die etwa 30 Fahrgäste in der Stadtbahn verletzt. Der Stadtbahnfahrer erlitt jedoch einen leichten Schock und wurde vor Ort vom Rettungsdienst betreut.
Der Sachschaden ist beträchtlich. Nach einer ersten Schätzung der Polizei beläuft sich der Gesamtschaden auf rund 25.000 Euro, wobei der Großteil davon auf den beschädigten Sportwagen entfällt. Die Front des Porsche wurde erheblich deformiert, während die Stadtbahn Beschädigungen an der Seite davontrug.
Der Unfall führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr. Der Stadtbahnverkehr auf der Linie U12 musste für etwa zwei Stunden unterbrochen werden. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.
Techniker der SSB untersuchten die Unfallstelle auf mögliche Schäden an den Gleisanlagen, konnten jedoch keine gravierenden Beschädigungen feststellen. Nach Abschluss der Unfallaufnahme und Bergungsarbeiten konnte der reguläre Stadtbahnbetrieb gegen 18:45 Uhr wieder aufgenommen werden.
Die Polizei Stuttgart hat Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Gegen den Porschefahrer wurde ein Verfahren wegen Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Ihm drohen neben einem Bußgeld auch Punkte in Flensburg und möglicherweise ein zeitweiliges Fahrverbot.
«Unfälle zwischen Kraftfahrzeugen und Stadtbahnen sind leider keine Seltenheit in Stuttgart», erklärt Polizeisprecher Thomas Müller. «Besonders an Kreuzungen ist höchste Aufmerksamkeit geboten, da Stadtbahnen einen deutlich längeren Bremsweg haben als Autos.»
Die Polizei bittet weitere Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich beim Polizeirevier Stuttgart-Mitte zu melden. Besonders hilfreich wären Handyaufnahmen oder Dashcam-Videos, die zur Klärung des genauen Unfallhergangs beitragen könnten.
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Zusammenstößen zwischen Fahrzeugen und Stadtbahnen in Stuttgart. Erst im vergangenen Monat kam es im Stadtteil Feuerbach zu einem ähnlichen Unfall, bei dem mehrere Personen leicht verletzt wurden.
Die SSB erinnert Verkehrsteilnehmer daran, an Kreuzungen mit Stadtbahnlinien besonders vorsichtig zu sein und unbedingt auf die Signalgebung zu achten. Stadtbahnen haben grundsätzlich Vorrang und können aufgrund ihrer Masse nicht so schnell abbremsen wie PKW.