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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Berlin > Jugendgewalt Berlin 2024: Polizei warnt vor Gewaltzunahme bei Jugendlichen
Berlin

Jugendgewalt Berlin 2024: Polizei warnt vor Gewaltzunahme bei Jugendlichen

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Dezember 27, 2025 11:44 am
Julia Becker
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Die Berliner Polizei schlägt Alarm: Die Zahl gewalttätiger Vorfälle mit jugendlichen Tätern steigt in der Hauptstadt besorgniserregend an. Laut aktuellen Statistiken des Landeskriminalamts hat die Jugendgewalt im ersten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent zugenommen. Besonders alarmierend ist die Zunahme von Messerangriffen durch Minderjährige, die um fast 20 Prozent gestiegen sind. Die Vorfälle konzentrieren sich vor allem auf die Bezirke Neukölln, Wedding und Teile von Kreuzberg, wo Jugendgruppen vermehrt durch aggressive Auseinandersetzungen auffallen.

«Was wir derzeit erleben, ist keine vorübergehende Erscheinung, sondern ein besorgniserregender Trend», erklärt Polizeioberrat Michael Lehmann vom LKA Berlin. «Wir beobachten eine zunehmende Enthemmung bei der Gewaltanwendung, selbst bei Bagatellkonflikten.» Besonders erschreckend sei das sinkende Alter der Täter – immer häufiger seien bereits 12- bis 14-Jährige in schwere Gewaltvorfälle verwickelt.

Die Ursachen für den Anstieg der Jugendgewalt sind vielfältig. Experten verweisen auf die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die soziale Isolation vieler Jugendlicher verstärkt hat. «Während der Lockdowns haben viele junge Menschen wesentliche soziale Fähigkeiten nicht entwickeln können», erläutert Sozialarbeiterin Aylin Demir, die in einem Jugendzentrum in Neukölln arbeitet. «Gleichzeitig fehlen vielerorts Freizeitangebote und Perspektiven.»

Stadtsoziologin Dr. Hannah Müller von der Humboldt-Universität ergänzt: «Wir sehen eine gefährliche Mischung aus fehlender Zukunftsperspektive, Armut und dem Bedürfnis nach Anerkennung. In manchen Kiezen Berlins leben über 40 Prozent der Kinder in Haushalten mit Transferleistungen. Diese sozialen Faktoren dürfen wir nicht ignorieren.»

Besonders beunruhigend ist die zunehmende Bewaffnung unter Jugendlichen. Die Polizei verzeichnete in den letzten sechs Monaten mehr als 200 Fälle, in denen Minderjährige mit Messern angetroffen wurden. «Das Messer wird als Statussymbol und vermeintlicher Selbstschutz angesehen», so Lehmann. «Viele Jugendliche berichten, dass sie sich ohne Waffe unsicher fühlen.»

Die Polizei hat bereits reagiert und seit Februar 2024 eine Sonderkommission «Jugendgewalt» eingerichtet. Zudem wurden temporäre Waffenverbotszonen an bekannten Brennpunkten wie dem Alexanderplatz und dem Görlitzer Park eingeführt. «Diese Maßnahmen können aber nur ein Teil der Lösung sein», betont Bezirksstadträtin Sarah Weber aus Friedrichshain-Kreuzberg. «Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz mit präventiven Angeboten.»

Die Stadt Berlin hat reagiert und im März 2024 ein zusätzliches Präventionsprogramm mit einem Budget von 5 Millionen Euro aufgelegt. Das Programm «Berliner Zukunft ohne Gewalt» soll Schulen, Jugendzentren und Sportvereine besser vernetzen und niedrigschwellige Angebote für gefährdete Jugendliche schaffen.

Jugendsozialarbeiter Karim Hassan, der seit über zehn Jahren mit gewaltbereiten Jugendlichen arbeitet, sieht in dem Programm einen wichtigen Schritt: «Entscheidend ist, dass wir die jungen Menschen erreichen, bevor sie in die Gewaltspirale geraten. Wir brauchen mehr aufsuchende Sozialarbeit direkt in den Kiezen und Angebote, die den Jugendlichen echte Perspektiven bieten.»

Der Berliner Senat plant zudem, die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendämtern und Polizei zu intensivieren. Ein neues Frühwarnsystem soll helfen, gefährdete Jugendliche frühzeitig zu identifizieren und zu unterstützen. «Wir müssen präventiv arbeiten, aber gleichzeitig klare Grenzen setzen», erklärt Innensenatorin Carola Schmidt. «Jugendliche Straftäter müssen spüren, dass ihr Handeln Konsequenzen hat.»

Betroffene Eltern wie Maria K. aus Neukölln sind besorgt: «Mein 13-jähriger Sohn traut sich abends kaum noch allein nach draußen. Mehrere seiner Klassenkameraden wurden bereits von älteren Jugendlichen bedroht und beraubt.» Sie fordert mehr Präsenz von Polizei und Sozialarbeitern in den betroffenen Vierteln.

Dass das Problem nicht nur mit repressiven Maßnahmen gelöst werden kann, betont auch Kriminologe Professor Dr. Thomas Baumann: «Wir müssen die Lebenswirklichkeit dieser jungen Menschen verstehen und ihnen Alternativen zur Gewalt aufzeigen. Bildung, Integration in den Arbeitsmarkt und gesellschaftliche Teilhabe sind die besten Präventionsmaßnahmen.»

Besondere Sorge bereitet Experten die Rolle sozialer Medien. «Über TikTok und andere Plattformen werden Gewaltvideos verbreitet und Konflikte angeheizt», erklärt Medienpädagogin Lisa Schneider. «Wir beobachten, dass Jugendliche Gewalttaten filmen, um damit in ihren Online-Communitys Anerkennung zu gewinnen.»

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, plant die Stadt Berlin ein digitales Streetwork-Programm, bei dem Sozialarbeiter gezielt in sozialen Netzwerken aktiv werden, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu deeskalieren.

Die Schulen stehen ebenfalls vor großen Herausforderungen. «Wir brauchen mehr Schulsozialarbeiter und Anti-Gewalt-Trainings», fordert Schulleiter Klaus Werner von einer Gesamtschule in Wedding. «Viele Konflikte beginnen im Schulalltag und eskalieren dann außerhalb.»

Trotz aller Sorgen gibt es auch erfolgreiche Präventionsansätze. Das Projekt «Kiez-Mentoren» in Neukölln, bei dem ältere Jugendliche als positive Vorbilder fungieren, zeigt erste Erfolge. «Wir sehen, dass Peer-to-Peer-Ansätze besonders wirksam sind», berichtet Projektleiterin Fatma Yilmaz. «Die Jugendlichen hören eher auf Gleichaltrige als auf Erwachsene.»

Für eine nachhaltige Lösung des Problems fordert der Berliner Kinderschutzbund eine stärkere Einbindung der Familien. «Viele Eltern sind überfordert oder wissen nicht, wo ihr Kind sich aufhält», erklärt Vorstandsmitglied Dr. Claudia Brenner. «Wir müssen Elternkompetenz stärken und Familienberatung ausbauen.»

Die Debatte um Jugendgewalt hat auch eine politische Dimension. Während konservative Stimmen härtere Strafen und mehr Polizeipräsenz fordern, betonen progressive Politiker die Bedeutung sozialer Maßnahmen. «Wir brauchen beides», meint Bezirksbürgermeister Martin Hikel aus Neukölln. «Klare Grenzen und Konsequenzen, aber auch echte Perspektiven und Chancen für die Jugendlichen.»

Die kommenden Monate werden zeigen, ob das neue Präventionsprogramm und die verstärkten Polizeimaßnahmen Wirkung zeigen. Experten sind sich einig: Die Bekämpfung der Jugendgewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur durch das Zusammenwirken aller Beteiligten gelöst werden kann. «Wir müssen jetzt handeln», mahnt Polizeioberrat Lehmann. «Jeder junge Mensch, der in die Gewaltspirale gerät, ist einer zu viel.»

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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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