Der Dezemberwind trägt bereits das Flüstern der Silvesternacht durch die Straßen. In Niedersachsen bedeutet der Jahreswechsel für viele Menschen traditionell: Feuerwerk und Böller. Doch nicht überall darf es 2024 laut knallen. Zahlreiche Kommunen haben Verbotszonen eingerichtet.
Die Liste der böllerfreien Bereiche wächst stetig. In historischen Altstädten wie Goslar, Göttingen und Hannover bleiben die Himmel dunkel, die Luft klar. Gestern ging ich durch Lüneburgs Altstadt. «Hier werden wir das neue Jahr leise begrüßen», erzählte mir eine Anwohnerin erleichtert. Die Fachwerkhäuser atmen förmlich auf.
«Wir schützen nicht nur historische Gebäude, sondern auch die Menschen und Tiere in unseren Städten», erklärt Umweltreferentin Martina Klose. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Niemand möchte sein Silvesterbudget so verschwenden.
Auch Krankenhäuser, Altenheime und Kirchen bleiben Ruhezonen. Mein Hund Milo wird es danken. Im vergangenen Jahr zitterte er stundenlang unter dem Sofa. Die Verbotszonen markieren einen kulturellen Wandel. Wir feiern weiterhin ausgelassen – nur anders, rücksichtsvoller. Vielleicht entdecken wir so das Wesentliche wieder: gemeinsame Momente statt lauter Knallerei.