Die Berliner Polizei hat kurz nach dem Jahreswechsel einen bedeutenden Fund gemacht: In einer Wohnung im Stadtteil Neukölln wurden rund 330 Kilogramm illegales Feuerwerk sichergestellt. Diese Menge hätte für ein spektakuläres, aber höchst gefährliches Silvesterfeuerwerk ausgereicht.
Ein 42-jähriger Mann hatte die explosive Ware offenbar in seiner Wohnung gelagert. Nach Angaben der Behörden handelte es sich um Feuerwerkskörper, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Solche Produkte entsprechen oft nicht den deutschen Sicherheitsstandards und können bei unsachgemäßer Handhabung schwerste Verletzungen verursachen.
«Diese Menge hätte einen ganzen Wohnblock gefährden können», erklärte Polizeisprecherin Martina Krüger. «Bei einer unbeabsichtigten Explosion wären die Folgen verheerend gewesen.» Die Lagerung solch großer Mengen Sprengstoff in einem Wohngebäude stelle eine erhebliche Gefahr für alle Bewohner dar.
Der Verdächtige muss sich nun wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz verantworten. Dieses Vergehen kann mit empfindlichen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden.
Die diesjährige Silvesternacht in Berlin verlief insgesamt ruhiger als in den Vorjahren, dennoch mussten die Einsatzkräfte zu zahlreichen Vorfällen ausrücken. Die Berliner Feuerwehr verzeichnete rund 1.700 Einsätze, etwa 500 davon standen im direkten Zusammenhang mit Silvesterfeierlichkeiten.
Bei einer Pressekonferenz betonte Innensenatorin Iris Spranger: «Jede Verletzung ist eine zu viel. Der Fall in Neukölln zeigt, wie wichtig unsere verstärkten Kontrollen sind.»
Die Berliner Polizei führt bereits seit Dezember verstärkte Kontrollen durch, um den illegalen Handel mit Feuerwerkskörpern einzudämmen. Im Vorfeld des Jahreswechsels wurden bei verschiedenen Razzien insgesamt über eine Tonne nicht zugelassener Feuerwerkskörper beschlagnahmt.
Experten warnen immer wieder vor den Gefahren illegaler Pyrotechnik. «Diese Produkte unterliegen keiner Qualitätskontrolle», erklärt Dr. Michael Weber von der Berliner Charité. «Wir sehen jedes Jahr schwerste Handverletzungen, die zu bleibenden Behinderungen führen können.»
Viele der illegalen Feuerwerkskörper stammen aus Polen, Tschechien oder anderen osteuropäischen Ländern, wo teilweise weniger strenge Vorschriften gelten. Andere werden aus Asien importiert, wo die Produktion oft nicht europäischen Sicherheitsstandards entspricht.
Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel sieht das Problem im größeren Zusammenhang: «Der Fund zeigt, dass wir nicht nur an Silvester wachsam sein müssen. Der illegale Handel mit gefährlichen Feuerwerkskörpern findet das ganze Jahr über statt.»
Die Polizei ruft die Bevölkerung auf, verdächtige Angebote zu melden. Legales Feuerwerk trägt immer eine CE-Kennzeichnung und eine Registriernummer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung.
Für die Beamten war der Fund in Neukölln ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen illegale Pyrotechnik. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, den Schwarzmarkt wirksam einzudämmen. Solange die Nachfrage nach immer spektakuläreren Feuerwerkskörpern besteht, wird es auch Angebote geben – mit allen damit verbundenen Risiken.