In Gelsenkirchens Innenstadt herrscht fassungslose Stille. Vor der Sparkassenfiliale am Heinrich-König-Platz haben sich Menschen versammelt. Sie tuscheln, zeigen auf das Gebäude. Der spektakuläre Einbruch vom vergangenen Wochenende bewegt die Stadt. Professionelle Täter erbeuteten Schließfächer im Wert von geschätzten 30 Millionen Euro. Eine Dimension, die selbst erfahrene Ermittler sprachlos macht.
Die Einbrecher gingen mit bemerkenswerter Präzision vor. Durch einen benachbarten Keller bohrten sie sich ihren Weg in den Tresorraum. «Die Täter waren offensichtlich bestens vorbereitet und verfügten über spezielles Equipment», erklärt Kriminalhauptkommissar Bernd Meier. Die Alarmanlage blieb stumm. Erst am Montagmorgen entdeckte ein Bankangestellter das aufgebrochene Kellergewölbe und die geleerten Schließfächer. Ich erinnere mich an einen ähnlichen Fall in Düsseldorf vor einigen Jahren. Auch dort blieb von den Tätern jede Spur. Die Parallelen sind unheimlich.
Die Betroffenheit unter den Kunden ist groß. Viele verwahrten hier Familienschmuck, wichtige Dokumente oder Bargeld. «Mein ganzes Leben war in diesem Schließfach», sagt eine ältere Dame mit Tränen in den Augen. Die Sparkasse hat eine Hotline für Betroffene eingerichtet. Über Versicherungsfragen herrscht noch Unklarheit.
In Zeiten digitaler Kriminalität erinnert dieser analoge Millionencoup an klassische Gangsterfilme. Während die Ermittler nach DNA-Spuren suchen, bleibt die Stadt im Schockzustand. Die Frage hallt durch Gelsenkirchens Straßen: Wer steckt hinter diesem perfekt orchestrierten Bankraub, der die Ruhrgebietsstadt in die Schlagzeilen katapultiert hat?