Die Silvesterraketen sind verglüht, die Sektgläser abgestellt. Was bleibt, ist neben dem Neujahrskater vielerorts auch eine besorgniserregende Bilanz. Besonders tragisch: In Bielefeld verloren zwei junge Männer ihr Leben bei einem Unfall mit Feuerwerkskörpern. Beide waren gerade einmal 18 Jahre alt.
Der Vorfall erschüttert mich zutiefst. Seit Jahren berichte ich über Silvesterfeiern, doch solche Tragödien bleiben unfassbar. Bundesweit kam es erneut zu zahlreichen Angriffen auf Rettungskräfte und Polizei. In Berlin wurden über 230 Personen festgenommen, in Hamburg und anderen Großstädten sah es ähnlich aus. «Diese Gewalt gegen diejenigen, die andere schützen, ist absolut inakzeptabel», erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faeser am Neujahrsmorgen.
Zwischen den Böllerwolken und dem Feuerwerksgetöse spielten sich dramatische Szenen ab. Sanitäter berichteten von gezielten Attacken, während sie Verletzte versorgten. Vor zwei Jahren erlebte ich selbst, wie Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindert wurden. Eine verstörende Erfahrung.
Die Silvesternacht 2023 reiht sich ein in eine beunruhigende Entwicklung. Der schmale Grat zwischen ausgelassener Feier und gefährlicher Eskalation scheint immer dünner zu werden. Während wir über Verbote und verschärfte Maßnahmen diskutieren, bleibt eine Frage: Wie können wir feiern, ohne dass die Nacht für manche zur letzten wird?