Ab 2026 erwarten die Hamburgerinnen und Hamburger zahlreiche Neuerungen im Alltag. Von Änderungen beim öffentlichen Nahverkehr über neue Parkregeln bis hin zu Vorschriften für Haustierbesitzer – die Hansestadt passt verschiedene Bereiche des städtischen Lebens an. Ein Überblick über die wichtigsten Veränderungen, die auf die Bewohner zukommen.
Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) plant umfassende Anpassungen seines Angebots. Ab März 2026 werden 15 zusätzliche Buslinien in den äußeren Stadtteilen eingerichtet. Diese sollen besonders Wilhelmsburg, Harburg und Bergedorf besser an das Nahverkehrsnetz anbinden. Die Taktung auf stark frequentierten Strecken wird in den Hauptverkehrszeiten von 10 auf 7 Minuten verkürzt.
«Unser Ziel ist es, dass 95 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger eine Haltestelle in maximal 400 Metern Entfernung haben», erklärt Henrik Meyer, Sprecher des HVV. «Mit den neuen Linien schließen wir wichtige Lücken im Netz.»
Gleichzeitig müssen sich Fahrgäste auf Preiserhöhungen einstellen. Das HVV-Ticket steigt um durchschnittlich 3,5 Prozent. Die Monatskarte kostet dann 98,50 Euro statt bisher 95,20 Euro. Der HVV begründet den Schritt mit gestiegenen Energiekosten und Investitionen in die Flottenerneuerung.
Autofahrer müssen sich auf strengere Parkregeln in der Innenstadt und beliebten Stadtteilen wie Ottensen, Eimsbüttel und St. Pauli einstellen. Die Bewohnerparkzonen werden ausgeweitet, und die jährliche Gebühr steigt von 65 auf 85 Euro. Für Besucher wird das Parken teurer: Eine Stunde kostet dann 5 Euro statt bisher 3 Euro.
Die Stadt führt zudem ein digitales Parkleitsystem ein. «Mit der neuen HamburgParken-App können Autofahrer in Echtzeit freie Parkplätze finden und direkt bezahlen», sagt Verkehrssenator Martin Schmidt. «Das reduziert den Parksuchverkehr und damit auch die Umweltbelastung.»
Umstritten sind die neuen Regelungen für Haustierbesitzer. Ab Juli 2026 gilt für Katzen in bestimmten naturnahen Gebieten eine Kastrationspflicht. Betroffen sind vor allem die Außenbezirke mit Nähe zu Naturschutzgebieten wie die Vier- und Marschlande, Teile von Harburg und das Alstertal.
«Freilaufende Hauskatzen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Vogelwelt dar», begründet Umweltsenatorin Claudia Weber die Maßnahme. «Allein im Stadtgebiet werden jährlich etwa 200.000 Vögel von Katzen erbeutet.»
Katzenbesitzer in den betroffenen Gebieten müssen ihre Tiere kastrieren lassen und mit einem Mikrochip kennzeichnen. Die Stadt bietet einen Zuschuss von 50 Euro pro Tier an. Tierschutzverbände unterstützen die Regelung grundsätzlich, kritisieren jedoch die begrenzte finanzielle Unterstützung.
«Die Kastration ist sinnvoll, aber die Kosten liegen oft bei 150 bis 200 Euro», erklärt Tierschützerin Sabine Müller vom Hamburger Tierschutzverein. «Der Zuschuss deckt nur einen Teil der Kosten und könnte einkommensschwache Haushalte überfordern.»
Auch für Hundehalter ändert sich etwas: Die Hundesteuer wird zum ersten Mal seit acht Jahren erhöht. Für den ersten Hund steigt sie von 90 auf 110 Euro jährlich, für jeden weiteren Hund von 180 auf 220 Euro. Halter von Listenhunden müssen künftig 600 statt 540 Euro zahlen.
Im Wohnungssektor werden neue energetische Standards eingeführt. Vermieter müssen bei Neuvermietungen ab 2026 den Energieverbrauch der Wohnung transparent ausweisen. Wohnungen mit besonders schlechter Energiebilanz dürfen nur noch vermietet werden, wenn konkrete Sanierungsschritte eingeleitet werden.
Die Stadtbibliotheken erweitern ihr digitales Angebot deutlich. Der Bestand an E-Books wird verdoppelt, und ein neuer Streamingdienst für Dokumentationen und Bildungsfilme wird eingeführt. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten in kleineren Stadtteilbibliotheken um durchschnittlich zwei Stunden pro Woche reduziert.
«Wir reagieren auf das veränderte Nutzungsverhalten», erklärt Bibliotheksleiterin Katharina Schmidt. «Immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger leihen digital aus, daher investieren wir verstärkt in diesen Bereich.»
Die Müllabfuhr passt ihre Gebühren an. Die Grundgebühr für die graue Restmülltonne steigt um 5 Prozent. Im Gegenzug werden die Gebühren für die Biotonne gesenkt, um Anreize für bessere Mülltrennung zu schaffen. Außerdem werden in dicht besiedelten Stadtteilen unterirdische Müllcontainer getestet, die mehr Kapazität bieten und den Straßenraum entlasten sollen.
Im Gesundheitsbereich wird das Netz der öffentlichen Defibrillatoren ausgebaut. Bis Ende 2026 sollen 200 neue Geräte an belebten Plätzen, in Parks und an Sportstätten installiert werden. Parallel dazu startet eine Kampagne, die Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit den lebensrettenden Geräten schulen soll.
Die meisten Änderungen treten schrittweise im Laufe des Jahres 2026 in Kraft. Die Stadtverwaltung plant Informationsveranstaltungen in allen Bezirken, um die Bevölkerung auf die Neuerungen vorzubereiten. Zudem wird eine zentrale Informationsseite eingerichtet, auf der alle Fragen zu den neuen Regelungen beantwortet werden.