Am frühen Mittwochabend sorgte ein Großeinsatz von Rettungskräften am Essener Baldeneysee für Aufsehen. Nach einem Notruf gegen 17:30 Uhr rückten zahlreiche Einsatzfahrzeuge zum beliebten Naherholungsgebiet aus. Eine aufmerksame Spaziergängerin hatte gemeldet, sie habe eine Person im Wasser gesehen, die möglicherweise in Not geraten sei.
Die Feuerwehr Essen reagierte umgehend und entsandte mehrere Löschzüge, Rettungswagen und Spezialeinheiten zum Baldeneysee. Auch die DLRG und die Wasserschutzpolizei beteiligten sich mit Booten an der Suchaktion. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gewässer und suchte mit Wärmebildkamera die Wasseroberfläche ab.
«Wir nehmen jede Meldung über eine möglicherweise in Not geratene Person sehr ernst», erklärte Einsatzleiter Michael Schmidt von der Feuerwehr Essen. «Besonders bei den aktuellen Wassertemperaturen kann es schnell lebensbedrohlich werden, wenn jemand ins Wasser fällt.»
Die Suche konzentrierte sich auf den Bereich nahe der Korte-Klippe, wo die Zeugin die vermeintliche Person im Wasser gesichtet hatte. Taucher der Feuerwehr untersuchten systematisch den Uferbereich, während die Boote auf dem See kreuzten. Trotz des umfangreichen Einsatzes konnten die Rettungskräfte jedoch keine Person im Wasser oder in Ufernähe finden.
Nach rund zwei Stunden intensiver Suche wurde der Einsatz gegen 19:45 Uhr ohne Ergebnis abgebrochen. Die Polizei Essen teilte mit, dass keine Vermisstenmeldung vorliege, die mit dem Vorfall in Verbindung stehen könnte.
«Es könnte sich um einen Fehlalarm gehandelt haben», sagte Polizeisprecherin Julia Weber. «Möglicherweise hat die Anruferin Treibgut oder einen großen Wasservogel gesehen und diesen für eine Person gehalten. Bei bestimmten Lichtverhältnissen kann das durchaus passieren.»
Die Einsatzkräfte betonten jedoch, dass die Zeugin völlig richtig gehandelt habe, indem sie den Notruf wählte. «Lieber einmal zu viel alarmieren als einmal zu wenig», so Schmidt. «Wir sind dankbar für aufmerksame Bürger, die mögliche Notfälle melden.»
Der Baldeneysee ist mit einer Fläche von 2,64 Quadratkilometern das größte der sechs Ruhrstauseen und ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders in der wärmeren Jahreszeit kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Menschen trotz Verbots im See schwimmen.
Die Feuerwehr Essen nutzt den Vorfall, um erneut auf die Gefahren beim Baden in offenen Gewässern hinzuweisen. «Der Baldeneysee hat stellenweise starke Strömungen und tiefe Stellen. Zudem ist das Baden außerhalb der ausgewiesenen Bereiche grundsätzlich nicht gestattet», erklärte Schmidt.
Für die zahlreichen Spaziergänger und Radfahrer, die den Einsatz beobachteten, bot sich ein eindrucksvolles Bild der gut koordinierten Rettungskette. Viele Passanten blieben stehen und verfolgten die Suche vom Ufer aus.
Der Großeinsatz zeigt, wie schnell und umfassend die Rettungskräfte in Essen bei Notfällen reagieren. Auch wenn diesmal glücklicherweise niemand gerettet werden musste, unterstreicht der Einsatz die Wichtigkeit schneller Reaktionen bei Notfällen am Wasser.