Der Flughafen Düsseldorf erwartet für das Jahr 2025 einen neuen Passagierrekord. Nach den jüngsten Prognosen wird die Marke von 21 Millionen Reisenden erstmals seit der Corona-Pandemie wieder überschritten. Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Meilenstein für den größten Flughafen Nordrhein-Westfalens.
„Wir sehen eine deutliche Erholung des Luftverkehrs», erklärt Lars Redeligx, Geschäftsführer des Flughafens Düsseldorf. „Die Reiselust der Menschen ist ungebrochen. Besonders Urlaubsreisen und Familienbesuche treiben die Zahlen nach oben.» Nach dem Einbruch während der Pandemie, als 2020 nur etwa 6,6 Millionen Passagiere gezählt wurden, bedeuten die neuen Zahlen eine Rückkehr zu alter Stärke.
Der Flughafen investiert derzeit in die Modernisierung seiner Infrastruktur. Rund 100 Millionen Euro fließen in verbesserte Sicherheitskontrollen und digitale Services. „Wir wollen das Reiseerlebnis für unsere Gäste angenehmer gestalten», betont Redeligx. Die neuen Self-Service-Automaten für Gepäckaufgabe und Boarding-Kontrollen sollen Wartezeiten verkürzen.
Auch der Einzelhandel und die Gastronomie im Terminal profitieren vom steigenden Passagieraufkommen. „Wir haben während der Pandemie gelitten», sagt Marion Schmidt, Betreiberin eines Reisebedarfsgeschäfts im Terminal. „Jetzt füllt sich der Flughafen wieder mit Leben. Das spüren wir deutlich in unseren Umsätzen.»
Die Stadt Düsseldorf rechnet mit positiven wirtschaftlichen Impulsen. Oberbürgermeister Stephan Keller sieht den Flughafen als „Tor zur Welt und wichtigen Wirtschaftsfaktor». Schätzungen zufolge hängen rund 50.000 Arbeitsplätze in der Region direkt oder indirekt vom Flughafen ab.
Nicht alle begrüßen das Wachstum uneingeschränkt. Die Bürgerinitiative „Für weniger Fluglärm» fordert, dass der wirtschaftliche Erfolg nicht zu Lasten der Anwohner gehen darf. „Mehr Flüge bedeuten mehr Lärm und mehr Umweltbelastung«, kritisiert Sprecherin Heike Weber. Die Initiative setzt sich für strengere Nachtflugregelungen ein.
Der Flughafen hat darauf reagiert und sein Umweltprogramm ausgeweitet. Bis 2035 soll der Betrieb klimaneutral werden. Dazu gehören Solaranlagen auf den Dächern, elektrische Fahrzeuge auf dem Vorfeld und die Förderung nachhaltiger Flugkraftstoffe.
Im Vergleich zu anderen deutschen Flughäfen steht Düsseldorf gut da. Während München und Frankfurt noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht haben, könnte Düsseldorf dieses Ziel bereits 2025 übertreffen. Vor der Pandemie lag der Rekord bei 25,5 Millionen Passagieren im Jahr 2019.
Die meistgefragten Reiseziele ab Düsseldorf bleiben die Mittelmeerregionen. Antalya, Mallorca und die griechischen Inseln führen die Liste an. Aber auch Langstreckenverbindungen nach Nordamerika und Asien gewinnen wieder an Bedeutung.
Flughafenexperte Professor Martin Schmitz von der Hochschule Rhein-Waal sieht gute Zukunftsaussichten: „Düsseldorf profitiert von seiner zentralen Lage in einer starken Wirtschaftsregion. Der Flughafen hat die Krise gut gemeistert und ist für weiteres Wachstum gerüstet.»
Für Reisende bedeutet die positive Entwicklung ein breiteres Angebot an Verbindungen und Flugzeiten. Allerdings empfehlen Experten, in der Hauptreisezeit weiterhin früh am Flughafen zu sein. Trotz moderner Technik können zu Stoßzeiten längere Wartezeiten entstehen.
Der Flughafen Düsseldorf bleibt damit ein wichtiger Standortfaktor für die Region. Mit den erwarteten 21 Millionen Passagieren im Jahr 2025 unterstreicht er seine Position als drittgrößter Flughafen Deutschlands und zentrales Drehkreuz für Reisende aus dem Westen des Landes.