Ein massiver Kabelbrand im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg hat die Strom- und Wärmeversorgung für rund 50.000 Haushalte lahmgelegt. Der Brand, der in der Nacht zum Mittwoch in einem Kabelschacht ausbrach, verursachte weitreichende Störungen, die nach Angaben der Behörden noch mehrere Tage anhalten könnten.
In den frühen Morgenstunden wurden die Einsatzkräfte zu einem unterirdischen Feuer gerufen, das sich in der Tiefstraße im östlichen Teil Berlins ereignete. «Der Brand betrifft kritische Infrastruktur und hat erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben tausender Berlinerinnen und Berliner», erklärte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr.
Die Stromversorgung fiel in weiten Teilen von Prenzlauer Berg, Lichtenberg und angrenzenden Gebieten aus. Besonders betroffen sind die Gegenden rund um den Volkspark Friedrichshain bis zum Alexanderplatz. Zahlreiche Wohnungen, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen stehen ohne Elektrizität da.
Zusätzlich zum Stromausfall ist auch die Fernwärmeversorgung in vielen Gebäuden unterbrochen, was angesichts der aktuellen Wintertemperaturen besonders problematisch ist. Vattenfall, der zuständige Energieversorger, arbeitet mit Hochdruck an der Behebung der Schäden, erwartet jedoch einen mehrtägigen Reparaturprozess.
«Die Kabel sind schwer beschädigt und müssen über längere Strecken ausgetauscht werden», erläuterte eine Sprecherin von Vattenfall. «Wir müssen teilweise komplett neue Leitungen verlegen, was Zeit braucht.»
Die Berliner Verwaltung hat auf den Notfall reagiert und mehrere Wärmehallen eingerichtet, in denen betroffene Anwohner Zuflucht finden können. Diese befinden sich unter anderem in Schulen und Gemeindezentren im betroffenen Gebiet. Die Standorte werden über die Social-Media-Kanäle der Stadt und durch Aushänge in den Wohngebieten bekanntgegeben.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern, die in den unbeheizten Wohnungen ausharren müssen. «Wir bitten alle Nachbarn, aufeinander zu achten und besonders auf alleinstehende ältere Menschen in ihrer Umgebung zu schauen», appellierte Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann.
In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kommen Notstromaggregate zum Einsatz, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Dennoch mussten einige nicht dringliche Behandlungen verschoben werden.
Die wirtschaftlichen Folgen des Stromausfalls sind ebenfalls erheblich. Geschäfte und Restaurants bleiben geschlossen, Lebensmittel in Kühlschränken und Gefriertruhen drohen zu verderben. «Für viele kleine Betriebe bedeutet jeder Tag ohne Strom einen enormen finanziellen Verlust», erklärte ein Vertreter des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg.
Experten sehen in dem Vorfall ein Warnsignal für die Verletzlichkeit städtischer Infrastruktur. «Solche Ereignisse zeigen, wie abhängig wir von funktionierender Energieversorgung sind und wie wichtig redundante Systeme wären», kommentierte ein Stadtplaner der Technischen Universität Berlin.
Die Ursache des Kabelbrandes ist noch unklar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, geht aber derzeit nicht von Brandstiftung aus. Technisches Versagen oder Materialermüdung stehen im Fokus der Untersuchungen.
Für die betroffenen Anwohner hat die Stadt eine Hotline eingerichtet, die rund um die Uhr Informationen und Hilfe anbietet. Zusätzlich koordinieren Freiwillige und Hilfsorganisationen Unterstützung für besonders hilfsbedürftige Personen.
Die Behörden empfehlen, batteriebetriebene Radios bereitzuhalten, um über aktuelle Entwicklungen informiert zu bleiben. In den sozialen Netzwerken haben sich zudem Nachbarschaftsinitiativen gebildet, die Hilfe organisieren und Informationen teilen.
Es wird erwartet, dass die Reparaturarbeiten mindestens bis zum Wochenende andauern werden. Vattenfall plant, die Versorgung schrittweise wiederherzustellen, wobei kritische Einrichtungen Priorität haben werden.