Der Duft von frischem Essen zieht durch die Räume der Öhringer Einkehrkirche. Seit Jahren ist dieser Ort mehr als nur eine Anlaufstelle für Bedürftige. Er ist zu einem sozialen Treffpunkt geworden, an dem Menschen aller Altersgruppen zusammenkommen. Die Initiative hat sich in unserer Stadt längst etabliert und gewinnt weiter an Bedeutung – besonders in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten.
Jeden Mittwoch und Samstag öffnet die Einkehrkirche ihre Türen. Das Konzept ist einfach und wirkungsvoll: Jeder ist willkommen, unabhängig von finanzieller Situation oder Herkunft. Man zahlt, was man kann oder möchte. Die Atmosphäre ist familiär und entspannt. «Wir wollen keine Suppenküche sein, sondern ein Ort der Begegnung», erklärt Maria Berger, eine der Koordinatorinnen. Zwischen dampfenden Töpfen und geschäftigen Ehrenamtlichen entstehen Gespräche, die sonst nie stattfinden würden. Vergangenen Mittwoch beobachtete ich, wie ein Student einer Seniorin beim Tragen ihres Tabletts half. Aus der Geste entwickelte sich ein angeregtes Gespräch über die Stadtgeschichte.
Die Bedeutung der Initiative geht weit über die Mahlzeiten hinaus. Hier finden Menschen Gehör und Gemeinschaft. Was als Hilfsangebot begann, ist heute ein fester Bestandteil des städtischen Lebens. Die Einkehrkirche zeigt, wie einfache Ideen große Wirkung entfalten können. In Zeiten der Vereinzelung schafft sie einen Raum, in dem Menschlichkeit keine Floskel ist, sondern gelebt wird.