Der Alltag in deutschen Bahnhöfen wandelt sich. Seit gestern läuft die bundesweite Sicherheitsaktion der Bundespolizei. Überall sieht man mehr Uniformen, mehr Präsenz, mehr wachsame Blicke. Als ich gestern durch den Hauptbahnhof eilte, fielen mir die zusätzlichen Streifen sofort auf. Die Aktion zielt darauf ab, Gewalt im öffentlichen Raum einzudämmen und das Sicherheitsgefühl der Reisenden zu stärken.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im vergangenen Jahr stieg die Gewalt in Bahnhöfen merklich an. Besonders Übergriffe gegen Bahnmitarbeiter bereiten den Behörden Sorge. «Wir tolerieren keine Form von Gewalt in unseren Bahnhöfen», erklärt Polizeidirektor Martin Weber. «Diese Aktion setzt ein klares Zeichen.» Die Beamten kontrollieren verstärkt an neuralgischen Punkten und zu kritischen Tageszeiten. Neben der sichtbaren Präsenz gehören auch Aufklärungsgespräche zur Strategie. Letzte Woche beobachtete ich eine solche Situation. Ein Bundespolizist erklärte einer Schulklasse geduldig die Gefahren an Gleisen und Bahnanlagen. Die Kinder hingen an seinen Lippen.
Die Sicherheitsaktion läuft zunächst für vier Wochen. Was danach kommt, bleibt offen. Doch schon jetzt zeigen sich erste positive Reaktionen. Viele Reisende begrüßen die verstärkte Präsenz. In Zeiten zunehmender Verunsicherung scheint die Initiative einen Nerv zu treffen. Vielleicht ist es genau das, was wir brauchen: mehr Sichtbarkeit derer, die für unsere Sicherheit sorgen.