Der Fall erschüttert die Münchner Wirtschaftswelt und weit darüber hinaus. Ein hochrangiger BMW-Manager sitzt seit Wochen in Untersuchungshaft. Der Vorwurf wiegt schwer: Kindesmissbrauch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt mit Hochdruck, während das Unternehmen zwischen Aufklärungswillen und Krisenkommunikation navigiert.
Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Büroflure des Autobauers. Ein Kollege aus dem oberen Management, der noch vor kurzem Strategien präsentierte, soll schwere Straftaten begangen haben. «In solchen Momenten steht die ganze Unternehmenskultur auf dem Prüfstand», erklärte mir ein BMW-Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte. Der Konzern hat den Mann inzwischen freigestellt. Die internen Gespräche drehen sich um Betroffenheit und Fassungslosigkeit.
Bei meinen Recherchen wurde deutlich: Die Ermittlungen sind komplex. Die Staatsanwaltschaft prüft umfangreiches digitales Material. Vergangene Woche bestätigte ein Sprecher der Behörde, dass der Haftbefehl aufrechterhalten bleibt. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Trotzdem: Die Vorwürfe belasten nicht nur sein persönliches Umfeld, sondern werfen auch Schatten auf den Automobilkonzern.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Expertin für Unternehmensethik letzten Sommer. Sie betonte: «Die moralische Integrität von Führungskräften und ihr Privatleben lassen sich heute nicht mehr trennen.» Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie schnell die Grenzen zwischen beruflicher Position und persönlicher Verantwortung verschwimmen. Die Öffentlichkeit verfolgt die Entwicklungen mit wachsamem Auge.