Der Wind tanzt heute wild durch unsere Straßen. Sturmtief «Elli» hat Mecklenburg-Vorpommern fest im Griff und wirbelt unser Alltagsleben kräftig durcheinander. Seit den frühen Morgenstunden kämpfen Pendler und Reisende mit erheblichen Einschränkungen. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn steht komplett still, Regionalzüge fahren nur vereinzelt.
Besonders die Küstenregionen spüren Ellis Kraft. In Warnemünde habe ich selbst gesehen, wie die Wellen meterhoch gegen die Mole schlugen. «Wir raten dringend davon ab, sich in Wäldern oder Parks aufzuhalten», warnt Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst. «Die Sturmböen können Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreichen.» Auf den Inseln Rügen und Usedom wurden bereits mehrere umgestürzte Bäume gemeldet. Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz.
Mein Weg zur Redaktion glich heute Morgen einem Hindernislauf. Drei Umleitungen und eine Vollsperrung später erreichte ich schließlich mein Ziel. Die Polizei meldet landesweit über 40 sturmbedingte Unfälle, glücklicherweise meist mit Blechschäden. Fährverbindungen zur Insel Hiddensee wurden komplett eingestellt.
Wetterereignisse wie «Elli» werden uns zukünftig häufiger begleiten. Klimaexperten sehen darin deutliche Anzeichen des Klimawandels. Die stärkere Intensität und Häufung extremer Wetterlagen fordert uns alle heraus. Während der Sturm über unser Land fegt, wächst auch das Bewusstsein: Wir müssen uns auf eine zunehmend unberechenbare Natur einstellen.