Der Jahresbeginn ist geschafft, und viele Dresdnerinnen und Dresdner spüren es bereits: Die Tage werden wieder spürbar länger. Nach den kurzen, dunklen Dezemberwochen können wir uns nun über stetig mehr Tageslicht freuen – ein Lichtblick im oft grauen sächsischen Winter.
Die Lichtbilanz im Februar
In den ersten Februartagen erleben wir in Dresden bereits einen bemerkenswerten Unterschied zum Jahresbeginn. Während wir am 1. Februar mit etwa 9 Stunden und 15 Minuten Tageslicht auskommen mussten, sind es zum Monatsende bereits rund 11 Stunden. Das bedeutet einen Zugewinn von fast 2 Stunden mehr Helligkeit im Verlauf eines einzigen Monats.
«Der Februar ist der Monat, in dem viele Menschen erstmals im Jahr wieder richtig wahrnehmen, dass die Tage länger werden», erklärt Dr. Marion Weber vom Meteorologischen Institut Dresden. «Das liegt daran, dass die Zunahme jetzt täglich etwa 3 Minuten beträgt – deutlich mehr als noch im Januar.»
Der psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Besonders am Feierabend wird der Unterschied spürbar. Ende Februar geht die Sonne in Dresden erst gegen 17:40 Uhr unter – ein deutlicher Kontrast zum frühen Eindunkeln im Dezember, als bereits um 16 Uhr die Dunkelheit hereinbrach.
Auswirkungen auf Alltag und Wohlbefinden
Die zunehmende Tageslänge wirkt sich auf verschiedene Lebensbereiche aus. Für Pendler bedeutet es, morgens noch im Dunkeln zur Arbeit zu fahren, aber abends häufiger bei Tageslicht nach Hause zu kommen. Besonders in den zahlreichen Grünanlagen entlang der Elbe nutzen bereits jetzt mehr Menschen die längeren Abendstunden für Spaziergänge oder Sport.
«Das zusätzliche Tageslicht hat erwiesenermaßen positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit», bestätigt Gesundheitspsychologin Dr. Petra Müller vom Universitätsklinikum Dresden. «Der Körper produziert mehr Vitamin D, unser Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisiert sich, und viele Menschen berichten von besserer Stimmung und mehr Energie.»
Auch die Stadtwerke Dresden verzeichnen Veränderungen: Die Straßenbeleuchtung muss später eingeschaltet werden, was langfristig Energieeinsparungen bedeutet. Im Februar 2023 konnte die Stadt dadurch etwa 8% weniger Strom für Beleuchtung verbrauchen als noch im Dezember.
Wann wird es abends wieder richtig lange hell?
Viele Dresdner fragen sich, wann sie wieder bis in die späten Abendstunden bei Tageslicht im Großen Garten flanieren oder an der Elbe verweilen können. Hierzu gibt es eine klare Prognose:
«Die 20-Uhr-Marke für Sonnenuntergänge werden wir in Dresden Anfang April erreichen», erklärt Meteorologin Weber. «Mit der Zeitumstellung Ende März machen wir einen großen Sprung. Ab Ende Mai wird es dann sogar erst nach 21 Uhr dunkel.»
Besonders in den Monaten Mai bis Juli können wir in Dresden die langen Abende genießen. Der längste Tag des Jahres, die Sommersonnenwende am 21. Juni, beschert uns rund 16 Stunden und 30 Minuten Tageslicht. Dann geht die Sonne bereits kurz nach 4:30 Uhr auf und erst gegen 21:15 Uhr unter.
Wie die Dresdner die zunehmende Helligkeit nutzen
Die Freude über mehr Tageslicht zeigt sich bereits im Stadtbild. Die Cafés und Restaurants in der Neustadt verlängern allmählich ihre Außengastronomie-Zeiten. Kultureinrichtungen planen verstärkt Veranstaltungen in den frühen Abendstunden.
«Wir bemerken jedes Jahr im Februar einen Anstieg der Besucherzahlen in unseren Parkanlagen», berichtet Thomas Lehmann vom Dresdner Grünflächenamt. «Die Menschen gehen nach der Arbeit häufiger noch eine Runde durch den Park, statt direkt nach Hause zu fahren.»
Auch lokale Sportvereine nutzen die Gelegenheit: Die Outdoor-Trainingszeiten werden angepasst, und einige Laufgruppen treffen sich jetzt wieder regelmäßig nach Feierabend im Großen Garten.
Historischer Kontext und Veränderungen
Interessant ist auch der historische Vergleich: Aufzeichnungen zeigen, dass die Tageslängenzunahme über die Jahrhunderte konstant geblieben ist. Was sich jedoch verändert hat, ist unser Umgang mit Licht und Dunkelheit.
«Noch vor hundert Jahren wurde der Tagesablauf in Dresden viel stärker vom natürlichen Licht bestimmt», erklärt Stadthistoriker Dr. Wolfgang Schmidt. «Heute leben wir in einer 24-Stunden-Gesellschaft, in der künstliches Licht die natürlichen Rhythmen oft überdeckt.»
Dennoch bleibt der Wechsel der Jahreszeiten und die Zunahme des Tageslichts ein natürliches Phänomen, das unseren Alltag prägt – auch wenn wir es im hektischen Stadtleben manchmal kaum wahrnehmen.
Ausblick auf die kommenden Monate
Nach dem Februar geht die positive Entwicklung weiter. Der März bringt einen weiteren Zuwachs von rund 90 Minuten Tageslicht. Die Gleichung ist einfach: Je näher wir dem Sommer kommen, desto länger werden die Tage.
Für viele Dresdnerinnen und Dresdner ist die zunehmende Helligkeit ein willkommenes Zeichen, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Auch wenn uns der Februar noch typisch wechselhaftes Winterwetter bescheren kann – die Tage werden unaufhaltsam länger.
«Es ist wie ein stilles Versprechen der Natur», fasst Meteorologin Weber zusammen. «Egal wie grau der Himmel über der Elbe manchmal erscheint – jeden Tag bekommen wir ein paar Minuten mehr Licht geschenkt.»