Für Münchens Pendler stehen im Juni erneut Einschränkungen im U-Bahn-Netz bevor. Die MVG führt wichtige Schienenarbeiten durch, die zu nächtlichen Ausfällen auf verschiedenen Linien führen werden. Diese Wartungsarbeiten sind unverzichtbar für die Sicherheit und Zuverlässigkeit des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt.
Besonders betroffen sind die U3 und U6, wo zwischen 22:30 Uhr und Betriebsschluss an mehreren Tagen im Juni kein Zugverkehr möglich sein wird. Die MVG richtet Ersatzbusse ein, die die betroffenen Stationen anfahren. Diese fahren allerdings in größeren Zeitabständen als die U-Bahnen und benötigen mehr Fahrzeit.
Laut MVG-Sprecher Michael Korherr sind die Bauarbeiten Teil des regulären Instandhaltungsprogramms: «Wir müssen regelmäßig die Schienen und technischen Anlagen warten, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Leider lassen sich diese Arbeiten nur nachts durchführen, wenn weniger Fahrgäste unterwegs sind.»
Im Münchner Hauptbahnhof, einem der wichtigsten Knotenpunkte des Netzes, werden Gleise ausgetauscht und Signaltechnik modernisiert. An der Münchner Freiheit stehen Arbeiten an der Stromversorgung an. Diese Maßnahmen kosten rund 2,3 Millionen Euro und sind Teil des jährlichen Instandhaltungsbudgets von 45 Millionen Euro für das Schienennetz.
Die aktuellen Bauarbeiten betreffen rund 15 Prozent des 95 Kilometer langen U-Bahn-Netzes in München. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten wie Berlin oder Hamburg liegt München bei den Investitionen pro Streckenkilometer im oberen Mittelfeld.
Anwohner in Schwabing und der Maxvorstadt müssen sich auf nächtlichen Baulärm einstellen. Die MVG hat die direkten Anwohner bereits per Postwurf informiert. «Wir versuchen, die Lärmbelästigung so gering wie möglich zu halten, aber völlig vermeiden lässt sich der Baulärm leider nicht», erklärt Korherr.
Für Nachtschwärmer und Schichtarbeiter bedeuten die Bauarbeiten längere Heimwege. Besonders am Wochenende, wenn viele Münchner in den Ausgehvierteln unterwegs sind, könnten die Ersatzbusse stark genutzt werden. Die MVG setzt daher zusätzliche Busse ein, um Überfüllungen zu vermeiden.
Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigt Verständnis für die Einschränkungen. «Die regelmäßige Wartung ist unerlässlich für einen sicheren Betrieb», sagt Andreas Barth, Vorsitzender des Regionalverbands München. «Allerdings wäre eine bessere Abstimmung mit anderen Baustellen im MVV-Netz wünschenswert.»
Neben den nächtlichen Sperrungen gibt es auch tagsüber vereinzelt Einschränkungen. So fahren die Züge auf manchen Abschnitten langsamer als gewöhnlich. Die MVG bittet die Fahrgäste, mehr Zeit für ihre Fahrten einzuplanen und sich vorab über Fahrplanänderungen zu informieren.
Über die MVG-App und auf der Website können sich Fahrgäste tagesaktuell über die Bauarbeiten und alternative Verbindungen informieren. An den betroffenen Stationen weisen Aushänge und Durchsagen auf die Änderungen hin. Servicemitarbeiter stehen an wichtigen Umsteigepunkten bereit, um Fahrgästen weiterzuhelfen.
Die aktuellen Baumaßnahmen sind Teil eines größeren Modernisierungsprogramms, das bis 2025 läuft. Die Münchner können sich danach auf ein zuverlässigeres U-Bahn-Netz freuen. «Auch wenn die Einschränkungen momentan ärgerlich sind, dienen sie langfristig allen Fahrgästen», betont Korherr.
Für Pendler empfiehlt die MVG, während der Bauarbeiten wenn möglich auf andere Linien auszuweichen oder mehr Zeit für den Arbeitsweg einzuplanen. Bei kürzeren Strecken könnte auch das MVG-Leihrad oder der E-Scooter eine Alternative sein.
Das Baustellenmanagement wurde im Vergleich zu früheren Jahren verbessert. Die MVG koordiniert ihre Arbeiten mit anderen Bauprojekten der Stadt, um die Gesamtbelastung für die Bürger zu reduzieren. Trotzdem lassen sich Überschneidungen nicht immer vermeiden.
«München wächst und der öffentliche Nahverkehr muss mithalten», erklärt Korherr zum Abschluss. «Die Bauarbeiten heute sind Investitionen in die Mobilität von morgen. Wir danken allen Fahrgästen für ihr Verständnis.»