Am vergangenen Samstagabend erstrahlte der Dresdner Nachthimmel in einem besonderen Licht. Hunderte von Drohnen formten sich zu einem leuchtenden Apfelbaum, der über der Elbe schwebte und zahlreiche Dresdner in seinen Bann zog. Die beeindruckende Show war Teil des diesjährigen Stadtfestes und lockte tausende Zuschauer an die Elbufer.
«So etwas habe ich noch nie gesehen», sagte die 67-jährige Anwohnerin Helga Schmidt, die extra aus der Dresdner Neustadt gekommen war. «Der Baum sah aus, als würde er wirklich am Himmel wachsen. Die Lichter spiegelten sich im Wasser – einfach magisch.»
Die 200 programmierten Drohnen bildeten nicht nur einen Apfelbaum, sondern verwandelten sich im Laufe der 15-minütigen Show in verschiedene Symbole der Stadt. Von der Frauenkirche über die Semperoper bis hin zum Canaletto-Blick – die Drohnen zeichneten Dresdens berühmteste Wahrzeichen an den Nachthimmel.
Organisiert wurde die Show von der Dresdner Eventagentur «LichtWerk» in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing. «Wir wollten etwas schaffen, das die Schönheit und Tradition unserer Stadt auf moderne Weise zeigt«, erklärte Veranstaltungsleiter Thomas Müller. «Der Apfelbaum steht für die Obstplantagen des Elbtals und symbolisiert gleichzeitig Wachstum und Zukunft.»
Technisch war die Umsetzung eine Herausforderung. Jede Drohne musste präzise programmiert werden, um ihre genaue Position im dreidimensionalen Raum einzuhalten. «Die Windverhältnisse über der Elbe sind nicht immer einfach», berichtete Drohnenpilotin Lisa Weber. «Aber wir haben monatelang geprobt und jede Flugbahn mehrfach getestet.»
Besonders beeindruckt waren die jüngeren Zuschauer. Der achtjährige Max konnte seinen Blick kaum vom Himmel abwenden: «Die Drohnen sahen aus wie Sterne, die tanzen können! Am coolsten fand ich, als sie alle zusammen geflogen sind und dann plötzlich auseinander in alle Richtungen.»
Anders als bei herkömmlichen Feuerwerken hinterließ die Drohnenshow keine Rückstände und war deutlich leiser – ein Aspekt, der von Umweltschützern gelobt wurde. «Diese Art von Lichtshow ist eine umweltfreundliche Alternative, die trotzdem begeistern kann», kommentierte Martin Fischer vom Umweltverein Dresden.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert zeigte sich ebenfalls angetan: «Die Drohnenshow verbindet Innovation mit unseren städtischen Traditionen. Sie zeigt, dass Dresden nicht nur eine Stadt mit reicher Geschichte ist, sondern auch offen für neue Technologien.»
Nach dem großen Erfolg planen die Veranstalter bereits eine Wiederholung für das kommende Jahr. «Dann vielleicht mit noch mehr Drohnen und neuen Motiven», verriet Müller. «Die Resonanz war überwältigend – sowohl vor Ort als auch in den sozialen Medien.»
Viele Besucher teilten ihre Fotos und Videos unter dem Hashtag #DresdnerApfelbaum, der schnell zu einem der meistgenutzten Hashtags in der Region wurde. Die Aufnahmen zeigen den leuchtenden Baum aus verschiedenen Perspektiven – vom Elbufer aus, von den umliegenden Brücken und sogar aus Fenstern der angrenzenden Wohnhäuser.
Für diejenigen, die die Show verpasst haben, wird eine Dokumentation auf der Website der Stadt Dresden veröffentlicht. Zudem planen die Organisatoren, einige der beeindruckendsten Bilder in einer Ausstellung im Kulturrathaus zu zeigen.
Die Drohnenshow über der Elbe hat nicht nur für einen Abend den Himmel über Dresden verzaubert, sondern auch gezeigt, wie moderne Technologie kulturelle Traditionen auf neue Weise erlebbar machen kann. Der leuchtende Apfelbaum wird vielen Dresdnern noch lange in Erinnerung bleiben.