Die winterlichen Verhältnisse sorgen in Hamburg weiterhin für Probleme. Obwohl der Deutsche Wetterdienst seine Unwetterwarnung inzwischen aufgehoben hat, bleibt die Lage angespannt. Besonders betroffen ist die Zustellung von Zeitungen und Paketen in der Hansestadt.
Mehrere Zusteller sind heute Morgen auf den vereisten Wegen und Straßen gestürzt. «Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen konnten einige unserer Mitarbeiter ihre Touren nicht beenden», erklärt Thomas Berger, Leiter der Zustellabteilung einer lokalen Zeitungsgruppe. «Die Sicherheit unserer Zusteller hat oberste Priorität.»
Die Situation hat sich seit gestern nur leicht verbessert. In vielen Stadtteilen wie Rahlstedt, Volksdorf und Teilen von Barmbek bleiben Briefkästen und Zeitungshalter leer. Die Straßenreinigung Hamburg (SRH) ist seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz, kommt aber mit dem Streuen kaum hinterher.
«Wir hatten gestern 200 Tonnen Streusalz im Einsatz, heute werden es ähnliche Mengen sein», berichtet SRH-Sprecherin Cornelia Meyer. Vor allem Nebenstraßen und Gehwege bleiben jedoch problematisch. An vielen Stellen haben sich durch wiederholtes Auftauen und erneutes Gefrieren gefährliche Glatteisflächen gebildet.
Die Hamburger Verkehrsbetriebe melden zwar einen weitgehend normalen Betrieb, doch auch hier gibt es vereinzelte Verspätungen. Besonders im Busverkehr kommt es in den Außenbezirken zu Einschränkungen.
Für die Anwohner bedeutet dies: Weiterhin Vorsicht beim Verlassen des Hauses. Die Notaufnahmen der Hamburger Krankenhäuser verzeichneten allein gestern über 120 glättebedingte Unfälle. «Vor allem ältere Menschen sind gefährdet», warnt Dr. Katrin Schulze vom UKE. «Ein Sturz kann schnell zu komplizierten Brüchen führen.»
Die Aussichten bleiben durchwachsen. Zwar sollen die Temperaturen im Tagesverlauf leicht ansteigen, in der Nacht wird jedoch erneut mit Minusgraden gerechnet. Meteorologe Jens Hansen vom regionalen Wetterdienst erklärt: «Die Glätte wird uns noch mindestens bis zum Wochenende begleiten.»
Für die Zustelldienste bedeutet das eine logistische Herausforderung. «Wir versuchen, ausgefallene Zustellungen nachzuholen, sobald es die Witterung zulässt», verspricht Berger. Kunden werden gebeten, Verständnis für die Situation zu haben und gegebenenfalls auf digitale Ausgaben auszuweichen.
Der Hamburger Senat ruft die Bevölkerung auf, Gehwege vor den eigenen Grundstücken regelmäßig zu räumen und zu streuen. Gleichzeitig empfiehlt er, nicht dringende Wege zu verschieben oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.