Im Waldstadion versank die euphorische Stimmung am Samstagnachmittag in kollektiver Ernüchterung. Eintracht Frankfurt unterlag dem VfB Stuttgart mit 1:2 und verpasste den Anschluss an die Spitzengruppe. Die Schwaben hingegen festigten ihre Position im oberen Tabellendrittel und demonstrierten eindrucksvoll, warum bereits fünf ihrer Spieler regelmäßig für die Nationalmannschaft auflaufen.
Die Partie entwickelte sich zum Duell der Nationalmannschafts-Fraktionen. Stuttgarts DFB-Quintett um Undav, Anton und Führich zeigte beeindruckende Präsenz. «Unsere Nationalmannschaftsachse gibt uns Stabilität und Selbstvertrauen», erklärte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel am Mikrofon. Besonders Deniz Undav brillierte mit seinem Führungstreffer in der 17. Minute, als er die Frankfurter Hintermannschaft geschickt ausspielte.
Im Kontrast dazu wirkten die Adlerträger seltsam kraftlos. Die sonst so gefürchtete Offensive um Omar Marmoush fand kaum Mittel gegen die kompakte Stuttgarter Defensive. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Ekitiké (39.) blieb nur ein kurzes Aufflackern. Denn kurz nach der Pause schlug Millot für die Gäste zu.
Besonders auffällig: Während des Spiels brandete immer wieder Unmut von den Rängen auf. Die Fans der Eintracht, verwöhnt von europäischen Nächten, erwarten mehr. Die Adlerträger stehen nun vor wegweisenden Wochen. Stuttgart hingegen reist mit breiter Brust zum Champions-League-Duell nach Madrid. Der Höhenflug der Schwaben scheint ungebremst – und könnte bald sogar in europäischen Sternstunden münden.