Ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Hamburg-Barmbek hat gestern Abend zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Zwei Menschen wurden bei dem Brand verletzt, darunter ein 58-jähriger Bewohner, der mit Verbrennungen und einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Eine 85-jährige Nachbarin erlitt ebenfalls eine Rauchgasvergiftung. Der Brand brach gegen 22:30 Uhr in einer Wohnung im dritten Stock des fünfgeschossigen Gebäudes aus.
Als die Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, schlugen bereits Flammen aus einem Fenster im dritten Obergeschoss. Die Feuerwehr war mit 35 Kräften vor Ort und konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Wohnungen verhindern. «Durch das schnelle Eingreifen unserer Löschmannschaft konnten wir den Brand auf die betroffene Wohnung begrenzen», erklärte Feuerwehrsprecher Jan Schmidt.
Anwohner berichteten, dass sie durch laute Knallgeräusche auf den Brand aufmerksam wurden. «Ich hörte plötzlich mehrere Explosionen und sah dann die Flammen aus dem Fenster schlagen», sagte Maria Weber, die im Nachbarhaus wohnt. Die Explosionsgeräusche stammten vermutlich von platzenden Fensterscheiben und anderen Gegenständen in der brennenden Wohnung.
Die betroffene Wohnung brannte vollständig aus und ist unbewohnbar. Die restlichen Bewohner des Hauses konnten nach dem Einsatz in ihre Wohnungen zurückkehren. Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der Sachschaden auf etwa 100.000 Euro.
Die Brandursache ist noch unklar. Ein Team der Brandermittler untersuchte heute Vormittag den Brandort. «Wir gehen aktuell von einem technischen Defekt aus, können aber andere Ursachen noch nicht ausschließen», sagte Polizeisprecherin Lena Hoffmann. Die Ermittlungen dauern an.
Nachbarn haben bereits eine Hilfsinitiative für den schwer verletzten Bewohner gestartet. Im nahegelegenen Stadtteilzentrum werden Sachspenden und finanzielle Unterstützung gesammelt. «In solchen Momenten zeigt sich der Zusammenhalt in unserem Viertel», sagte Quartiersmanagerin Sabine Müller.
Die Feuerwehr weist anlässlich dieses Vorfalls erneut auf die Wichtigkeit von Rauchmeldern hin. «Funktionierende Rauchmelder können Leben retten, besonders nachts, wenn ein Feuer unbemerkt ausbrechen kann», betonte Feuerwehrsprecher Schmidt.
Der Einsatz war nach etwa drei Stunden beendet. Die Polizei bittet Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 040-123456 zu melden.