Kaum ist der Dresdner Striezelmarkt für dieses Jahr zu Ende gegangen, laufen bereits die ersten Planungen für die kommenden Jahre. Besonders für das Jahr 2026 stehen große Veränderungen an, wie die Stadtverwaltung jetzt bekannt gab. In einer städtischen Werkstatt in Dresden-Lockwitz haben die Handwerker bereits mit den Vorbereitungen begonnen.
«Nach dem Striezelmarkt ist vor dem Striezelmarkt», erklärt Marktleiter Robert Franke. «Besonders für 2026 müssen wir frühzeitig planen, da der Markt dann sein 592. Jubiläum feiert und wir einige Neuerungen umsetzen wollen.» Die Handwerker in der städtischen Werkstatt arbeiten bereits an neuen Holzständen, die traditionelles Handwerk mit modernen Anforderungen verbinden sollen.
Der Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Die neuen Marktstände sollen mit LED-Beleuchtung ausgestattet werden und durch eine verbesserte Isolierung den Energieverbrauch deutlich senken. «Wir wollen den ältesten Weihnachtsmarkt Deutschlands zukunftsfähig machen, ohne seinen historischen Charme zu verlieren», sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert bei einem Besuch der Werkstatt.
Auch die berühmte Striezelpyramide wird für 2026 überarbeitet. Die acht Meter hohe Holzkonstruktion bekommt neue Figuren, die von lokalen Kunsthandwerkern aus dem Erzgebirge gefertigt werden. «Die Pyramide ist das Herzstück unseres Marktes. Mit den neuen Figuren wollen wir auch jüngere Besucher ansprechen und ihnen die erzgebirgische Tradition näherbringen», erläutert Franke.
Die Stadt plant zudem, das Angebot an regionalen Produkten auszubauen. Künftig sollen mindestens 60 Prozent der Händler Waren aus Sachsen anbieten. «Der Striezelmarkt soll noch stärker als bisher ein Schaufenster für sächsisches Handwerk und regionale Spezialitäten werden», betont Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka.
Für die Kleinen gibt es ebenfalls Neuigkeiten: Der Märchenwald wird komplett überarbeitet und mit interaktiven Elementen ausgestattet. «Kinder sollen nicht nur schauen, sondern auch mitmachen können», erklärt Projektleiterin Sabine Müller. «Wir planen zum Beispiel einen Bereich, in dem sie selbst kleine Holzfiguren bemalen können.»
Die Anwohner werden in die Planung einbezogen. Bei einer Bürgerversammlung im Frühjahr 2025 sollen die Entwürfe vorgestellt werden. «Der Striezelmarkt gehört allen Dresdnern. Daher ist es uns wichtig, ihre Ideen und Anregungen zu berücksichtigen», so Franke.
Die Kosten für die Umgestaltung belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Davon übernimmt die Stadt zwei Drittel, der Rest kommt aus Fördermitteln des Freistaates Sachsen und Sponsorengeldern. «Es ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt», betont Hilbert. «Der Striezelmarkt ist nicht nur ein kulturelles Erbe, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.»
Trotz aller Neuerungen bleiben die Traditionen gewahrt. Der Stollen bleibt das zentrale Produkt, und auch die beliebte Stollenprozession wird es weiterhin geben. «Wir wollen nichts von dem verlieren, was den Striezelmarkt so besonders macht», versichert Franke. «Es geht vielmehr darum, Tradition und Moderne zu verbinden.»
Die Vorbereitungen für den Striezelmarkt 2026 werden die kommenden zwei Jahre andauern. Interessierte Bürger können die Fortschritte in der städtischen Werkstatt an ausgewählten Tagen verfolgen. «Wir laden alle ein, Teil dieser spannenden Reise zu sein», sagt Franke abschließend.