In einem Lokal im Dresdner Stadtteil Gorbitz kam es am vergangenen Wochenende zu einem Reizgas-Vorfall, der einen größeren Einsatz von Polizei und Rettungskräften auslöste. Mehrere Personen klagten über Atemwegsbeschwerden, nachdem eine bislang unbekannte Substanz in den Räumlichkeiten freigesetzt wurde.
Nach ersten Informationen der Polizei Dresden ereignete sich der Vorfall in den Abendstunden, als das Lokal gut besucht war. Zeugen berichteten von plötzlich auftretenden Reizungen der Augen und Atemwege. «Es ging alles sehr schnell. Plötzlich haben viele Gäste angefangen zu husten und ihre Augen zu reiben», berichtet eine Augenzeugin, die anonym bleiben möchte.
Die alarmierten Rettungskräfte behandelten vor Ort mehrere Personen mit typischen Symptomen einer Reizgas-Exposition wie gerötete Augen, Husten und Atemnot. Drei Gäste mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden, konnten dieses jedoch nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.
«Wir nehmen solche Vorfälle sehr ernst», erklärt Polizeihauptkommissar Frank Müller. «Die vorsätzliche Freisetzung von Reizstoffen in geschlossenen Räumen kann gefährliche gesundheitliche Folgen haben und stellt eine Straftat dar.» Die Polizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.
Anwohner in Gorbitz zeigen sich besorgt über den Vorfall. «So etwas kannten wir hier bisher nicht», sagt Renate Schmidt, die seit über 30 Jahren im Viertel lebt. «Ich hoffe, die Polizei findet schnell heraus, wer dafür verantwortlich ist.»
Die Betreiber des Lokals haben inzwischen Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und arbeiten eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. «Wir wollen, dass sich unsere Gäste sicher fühlen können», betont der Geschäftsführer, der das Lokal nach einer gründlichen Reinigung und Lüftung bereits wieder geöffnet hat.
Die Polizei wertet derzeit Videoaufnahmen aus und befragt Zeugen. Beamte des Landeskriminalamts haben zudem Proben genommen, um die genaue Zusammensetzung der freigesetzten Substanz zu analysieren. Die Ergebnisse stehen noch aus.
Anwohner und Gäste werden gebeten, verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Vorfall der Polizei zu melden. Die Ermittler haben ein Hinweistelefon eingerichtet und hoffen auf Unterstützung aus der Bevölkerung.
Der Vorfall reiht sich in eine kleine, aber besorgniserregende Serie ähnlicher Fälle in Dresden ein. Erst vor zwei Monaten kam es in einem Einkaufszentrum in der Neustadt zu einem vergleichbaren Zwischenfall. Die Polizei prüft mögliche Zusammenhänge, betont aber, dass es dafür bislang keine konkreten Hinweise gibt.
Experten raten, bei Verdacht auf Reizgas-Exposition betroffene Räume sofort zu verlassen, an die frische Luft zu gehen und bei anhaltenden Beschwerden ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Betroffene sollten Kleidung wechseln und die Augen mit klarem Wasser ausspülen, ohne zu reiben.