Der Herbstwind raschelt durch die Blätter, während Sachsen erneut mit einem besorgniserregenden Thema konfrontiert wird: Die Vogelgrippe breitet sich aus. In mehreren Geflügelhöfen wurden bereits Infektionen nachgewiesen. Was zunächst nur vereinzelte Fälle waren, entwickelt sich nun zu einer ernstzunehmenden Situation für Landwirte und Tierhalter.
Die Behörden haben prompt reagiert. Schutzzonen wurden eingerichtet, betroffene Betriebe unter Quarantäne gestellt. «Wir müssen jetzt schnell und konsequent handeln, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern», erklärt Dr. Martina Weber vom Veterinäramt Dresden. Die wirtschaftlichen Folgen für kleine Geflügelhalter sind bereits spürbar. Gestern besuchte ich Familie Lehmann in der Nähe von Leipzig. Ihr kleiner Hof steht still. «30 Jahre Arbeit, und plötzlich steht alles auf dem Spiel», sagt Herr Lehmann mit zitternder Stimme.
Parallel zur Vogelgrippe-Krise brodelt es in Leipzig politisch. Die Linke steht vor einer Zerreißprobe. Im Stadtteil Connewitz eskaliert ein interner Konflikt über die künftige Ausrichtung. Was als Diskussion um Stadtteilpolitik begann, offenbart tiefere ideologische Gräben. Die Basis fordert mehr Basisdemokratie, während die Führung um Geschlossenheit wirbt.
Die Doppelkrise zeigt, wie eng Naturereignisse und politische Entwicklungen miteinander verwoben sein können. Während Sachsens Landwirte um ihre Existenz bangen, ringen politische Kräfte um ihre Identität. In unsicheren Zeiten suchen Menschen nach Halt – sei es durch wirksamen Seuchenschutz oder durch politische Heimat.