Vom Spielfeldrand im Signal Iduna Park wurde am Samstag ein dramatisches Bundesliga-Duell Zeuge, bei dem der BVB am Ende doch noch jubeln durfte. Mit Bundeskanzler Olaf Scholz auf der Tribüne rettete ein VAR-Elfmeter in der Nachspielzeit den Dortmundern ein 2:1 gegen mutige St. Paulianer. Bereits 74 Minuten führten die Kiezkicker sensationell mit 1:0 gegen den Champions-League-Teilnehmer.
Kaum zu glauben, wie stark sich der Aufsteiger präsentierte. St. Pauli ging durch Carlo Boukhalfa (16.) in Führung und verteidigte diesen Vorsprung mit enormer Leidenschaft. Die Hamburger pressten hoch, zwangen den BVB zu Fehlern und konterten gefährlich. «Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, uns gut verkauft», resümierte St. Paulis Trainer Alexander Blessin nach der Partie sichtlich enttäuscht.
Dortmunds Angriffe verpufften lange wirkungslos an der braun-weißen Abwehrmauer. Erst in der 70. Minute brach Jamie Gittens den Bann für die Schwarzgelben. Die Stimmung auf den Rängen explodierte förmlich. Ich konnte spüren, wie die Südtribüne das Team nach vorne peitschte. Dann der große Aufreger: In der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Stegemann nach VAR-Eingriff auf den Punkt. Emre Can behielt die Nerven und verwandelte zum umjubelten 2:1.
BVB-Coach Nuri Sahin wirkte nach dem Abpfiff erleichtert: «St. Pauli hat uns alles abverlangt. Der Sieg war glücklich, aber wir haben bis zur letzten Sekunde daran geglaubt.» Die drei Punkte halten die Dortmunder im oberen Tabellendrittel. Für St. Pauli bleibt trotz der bitteren Niederlage die Erkenntnis: Mit dieser Spielweise muss sich der Aufsteiger vor niemandem verstecken. Das Bundesliga-Abenteuer der Hamburger verspricht noch viele spannende Kapitel.