Die Dortmunder Polizei fahndet mit Hochdruck nach einem Mann, der verdächtigt wird, am 5. März einen 47-Jährigen lebensgefährlich verletzt zu haben. Der brutale Vorfall ereignete sich gegen 22.30 Uhr in der Nähe einer Parkanlage an der Bornstraße im Dortmunder Nordwesten.
Nach bisherigen Erkenntnissen trafen die beiden Männer am Tatort aufeinander und gerieten in einen heftigen Streit. Der Tatverdächtige soll daraufhin mehrfach mit einem spitzen Gegenstand auf sein Opfer eingestochen haben. Der 47-jährige Dortmunder erlitt schwerste Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Passanten fanden den schwerverletzten Mann und alarmierten den Notruf. Ein Rettungswagen brachte ihn umgehend in ein Krankenhaus.
«Wir haben alle bisherigen Ermittlungsansätze ausgeschöpft und wenden uns nun an die Öffentlichkeit», erklärt Kriminalhauptkommissar Martin Schulte, der die Ermittlungen leitet. «Von Zeugenaussagen wissen wir, dass mehrere Personen den Täter nach der Tat in Richtung Innenstadt flüchten sahen.»
Die Staatsanwaltschaft hat nun eine öffentliche Fahndung mit Bildern aus Überwachungskameras genehmigt. Die Aufnahmen zeigen einen Mann mit dunklen Haaren und Bart. Zum Tatzeitpunkt trug er eine auffällige Jacke mit Camouflage-Muster und dunkle Hosen. Die Ermittler stufen ihn als gefährlich ein.
Oberbürgermeister Thomas Westphal zeigt sich betroffen: «Solche Gewalttaten erschüttern unsere Stadtgemeinschaft. Die Sicherheit in Dortmund hat höchste Priorität. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, die Polizei bei der Fahndung zu unterstützen.»
Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet, die Tag und Nacht an dem Fall arbeitet. «Wir gehen aktuell von einer gezielten Auseinandersetzung aus, nicht von einem zufälligen Angriff», betont Schulte. «Dennoch ist der Täter möglicherweise bewaffnet und sollte nicht direkt angesprochen werden.»
Anwohner der Bornstraße berichten von zunehmender Verunsicherung. «Ich lasse meine Kinder abends nicht mehr allein draußen«, erzählt die 42-jährige Anwohnerin Sabine Müller. «Man hört ja immer wieder von Vorfällen, aber wenn es quasi vor der eigenen Haustür passiert, ist das noch einmal etwas anderes.»
Die Polizei Dortmund bittet dringend um Mithilfe aus der Bevölkerung. «Jeder noch so kleine Hinweis kann entscheidend sein», sagt Polizeisprecher Peter Klein. Wer den abgebildeten Mann erkennt oder Angaben zu seinem Aufenthaltsort machen kann, wird gebeten, sich umgehend mit der Kriminalpolizei unter der Rufnummer 0231/132-7441 in Verbindung zu setzen. Alternativ kann auch die Notrufnummer 110 gewählt werden.
Für Hinweise, die zur Ergreifung des Tatverdächtigen führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.
Die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags laufen auf Hochtouren. Die Polizei prüft auch, ob es Verbindungen zu ähnlichen Vorfällen in der Region gibt, kann hierzu aber aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details nennen.
Die Beamten raten zur Vorsicht, falls der Gesuchte gesichtet wird: «Verständigen Sie sofort die Polizei und nähern Sie sich dem Mann nicht. Es besteht Gefahr.«