Die Hamburger Innenstadt wurde am Dienstag von einer schockierenden Gewalttat erschüttert. Am belebten Jungfernstieg, einem der bekanntesten Orte der Hansestadt, wurden zwei Menschen bei einem Messerangriff schwer verletzt. Das Geschehen löste einen Großeinsatz der Polizei aus und sorgte für erhebliche Verunsicherung bei Passanten und Anwohnern.
Nach Informationen unserer Redaktion ereignete sich der Vorfall gegen Mittag in unmittelbarer Nähe der Alster. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen, als ein Mann unvermittelt mit einem Messer auf andere Personen einstach. «Plötzlich rannten alle in verschiedene Richtungen. Es herrschte totale Panik», berichtet eine Passantin, die das Geschehen aus nächster Nähe miterlebte.
Die Einsatzkräfte der Polizei waren innerhalb weniger Minuten mit einem Großaufgebot vor Ort. Zahlreiche Streifenwagen sperrten den Bereich weiträumig ab, auch ein Rettungshubschrauber wurde angefordert. Wie unsere Reporter vor Ort beobachteten, waren auch Spezialkräfte im Einsatz, die mit Maschinenpistolen das Gebiet sicherten.
Die beiden Opfer erlitten nach Angaben des Rettungsdienstes schwere, aber nicht lebensgefährliche Stichverletzungen im Oberkörperbereich. Sie wurden nach Erstversorgung vor Ort in nahegelegene Krankenhäuser gebracht. Über ihre Identität machte die Polizei zunächst keine Angaben.
Der Täter konnte unmittelbar nach der Tat von Polizeibeamten überwältigt werden. Laut Zeugenaussagen leistete er bei der Festnahme keinen Widerstand. Ein Messer wurde sichergestellt. Über die Hintergründe der Tat ist bislang wenig bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen wegen versuchten Totschlags aufgenommen.
Die Tat wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage in der Hamburger Innenstadt. Der Jungfernstieg als zentrale Einkaufsmeile und Touristenmagnet war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Schauplatz von Gewalttaten. Die Polizeipräsenz wurde daraufhin verstärkt, unter anderem durch mobile Wachen und regelmäßige Streifen.
Stadtteilpolizist Jan Meier berichtet: «Wir haben die Präsenz in den letzten Monaten deutlich erhöht, aber solche spontanen Taten kann man leider nie vollständig verhindern.» Die Statistik zeigt, dass Messerangriffe im öffentlichen Raum in den letzten zwei Jahren um etwa 15 Prozent zugenommen haben – ein Trend, der nicht nur Hamburg betrifft.
Die Tat löste auch politische Reaktionen aus. Hamburgs Innensenator forderte eine Verschärfung des Waffenrechts und mehr Befugnisse für die Polizei. «Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, um die Sicherheit in unseren Innenstädten zu verbessern», erklärte er in einer ersten Stellungnahme.
Anwohner und Geschäftsleute vom Jungfernstieg zeigen sich besorgt. «Man hat immer häufiger ein mulmiges Gefühl, gerade abends», sagt Einzelhändlerin Sabine Müller, die seit 20 Jahren ein Geschäft in der Nähe betreibt. «Die Polizei tut viel, aber es reicht offenbar nicht.»
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei bittet Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sich zu melden. Besonders Handyaufnahmen könnten bei der Aufklärung der Tat helfen. Eine Sonderkommission wurde eingerichtet, um die Hintergründe des Angriffs schnellstmöglich aufzuklären.
Für die kommenden Tage hat die Polizei eine verstärkte Präsenz in der Innenstadt angekündigt. «Die Sicherheit der Hamburgerinnen und Hamburger hat oberste Priorität», betont ein Polizeisprecher. «Wir werden alles dafür tun, dass sich alle im öffentlichen Raum sicher fühlen können.»