Im Schatten politischer Spannungen beginnen die Betriebsratswahlen. Die Zeichen stehen auf Wandel. In vielen Unternehmen versuchen rechte Gruppierungen vermehrt, Fuß zu fassen. Ihre Strategie: soziale Unsicherheiten nutzen, um Spaltung zu säen. Diese Entwicklung beobachte ich mit wachsender Sorge.
«Die Demokratie im Betrieb ist ein entscheidender Pfeiler unserer Gesellschaft», betont Yasmin Fahimi, DGB-Vorsitzende. Sie hat recht. Betriebsräte bilden ein Bollwerk gegen extremistische Einflüsse. In Zeiten wirtschaftlicher Transformation brauchen wir diesen Schutz besonders. Was mir auffällt: Wo der Dialog zwischen Beschäftigten und Führung funktioniert, haben radikale Kräfte kaum Chancen.
Letzte Woche besuchte ich ein mittelständisches Unternehmen in Baden-Württemberg. Dort hat man vorgesorgt. Offene Gesprächsrunden, transparente Entscheidungsprozesse und gemeinsame Projekte schaffen Vertrauen. Der Betriebsratsvorsitzende erzählte mir: «Wir nehmen alle Sorgen ernst, auch unbequeme.» Diese Haltung wirkt. Rechte Parolen finden hier keinen Nährboden.
Besonders beeindruckt hat mich der Diversity-Tag. Mitarbeitende aus 23 Nationen stellten ihre Kultur vor. Aus Kollegen wurden Freunde. Wo Menschen einander kennen, verschwinden Vorurteile.
Die Betriebsratswahlen bieten eine Chance. Sie können zum Fundament werden, auf dem wir gesellschaftlichen Zusammenhalt neu bauen. In der Arbeitswelt entscheidet sich, wie wir morgen zusammenleben wollen. Jede Stimme gegen Spaltung zählt – heute mehr denn je.