Es ist einer dieser Momente, die unser digitales Zeitalter definieren. Im überfüllten Warteraum des Bürgeramts sitzend, denke ich mir: Das müsste doch einfacher gehen. Für viele Deutsche wird genau das bald Realität. Das elektronische Führungszeugnis kommt 2024 und verspricht, den Weg zur Amtsstube überflüssig zu machen.
Die Kultusministerkonferenz-Präsidentin Stefanie Hubig kündigte die digitale Neuerung kürzlich an. Besonders für den Bildungsbereich bedeutet dies Entlastung. «Die elektronische Übermittlung wird Einrichtungen wie Kitas und Schulen deutlich entlasten«, erklärte Hubig gegenüber dem SPIEGEL. Die Neuerung betrifft insbesondere das erweiterte Führungszeugnis, das für Tätigkeiten mit Kindern und Jugendlichen verpflichtend ist. Vor drei Jahren wartete ich selbst wochenlang auf mein Dokument für ein Ehrenamt. Die Verzögerung verhinderte fast meinen Einsatz beim Ferienprogramm. Mit der Digitalisierung werden solche Hürden abgebaut. Die Umstellung erfolgt schrittweise seit Januar, zunächst für Behörden, später auch für Privatpersonen.
Der digitale Wandel erreicht damit endlich einen Bereich, der lange im analogen Zeitalter feststeckte. Während wir längst online shoppen und digitale Arzttermine vereinbaren, hinkte die Verwaltung hinterher. Die elektronischen Führungszeugnisse sind ein kleiner, aber wichtiger Schritt in Richtung digitaler Bürgerservice. Manchmal sind es die unscheinbaren Veränderungen, die unseren Alltag am nachhaltigsten verbessern.