Der Karneval in Köln ist nicht nur eine Zeit ausgelassener Feierlichkeiten, sondern auch eine Gelegenheit, besondere Verdienste zu würdigen. Eine der höchsten Auszeichnungen der närrischen Saison ist der Kölner Ehrenorden, liebevoll «Fest in Gold» genannt. Dieses einzigartige Symbol der Anerkennung hat eine lange Tradition und wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Kölner Karneval besonders verdient gemacht haben.
Der goldene Orden ist ein begehrtes Schmuckstück, das mit viel Handwerkskunst gefertigt wird. Jedes Jahr entstehen neue Designs, die von talentierten Goldschmieden individuell gestaltet werden. Diese Unikate spiegeln oft das jeweilige Sessionsmotto wider und verbinden traditionelle Karnevalssymbole mit modernen Elementen.
«Der Ehrenorden ist mehr als nur ein Schmuckstück», erklärt Michael Kramp vom Festkomitee Kölner Karneval. «Er ist eine Würdigung für außergewöhnliches Engagement im Brauchtum und trägt zur besonderen Bedeutung des Kölner Karnevals bei.»
Die Verleihung findet meist im Rahmen festlicher Veranstaltungen statt, bei denen die Geehrten im Beisein von Karnevalsgrößen ausgezeichnet werden. Zu den Empfängern zählen nicht nur aktive Karnevalisten, sondern auch Förderer, Politiker und Kulturschaffende, die das rheinische Brauchtum unterstützen.
Für die Session 2024 wurden die Orden unter dem Motto «Wat e Theater – Wat e Spill» gestaltet. Die Goldschmiede haben sich von der theatralischen Natur des Karnevals inspirieren lassen und Elemente wie Masken, Vorhänge und Bühnenrequisiten in die Designs eingearbeitet.
Die Herstellung jedes Ordens dauert mehrere Wochen. Zunächst wird ein Entwurf gezeichnet, dann ein Modell aus Wachs gefertigt. Nach dem Gießen in Gold oder vergoldetes Silber folgen Feinarbeiten wie Gravuren und das Einsetzen von Schmucksteinen. Jeder Orden ist mit einer Seriennummer versehen und wird in einer eleganten Schatulle präsentiert.
«Die Nachfrage nach den Orden ist groß, aber die Anzahl bleibt limitiert», berichtet Elisabeth Schulz, eine Kölner Goldschmiedin. «Das erhöht ihren Wert und macht sie zu begehrten Sammlerstücken.»
Neben dem «Fest in Gold» gibt es weitere Auszeichnungen im Kölner Karneval, darunter Verdienstorden der einzelnen Karnevalsgesellschaften und den «Orden wider den tierischen Ernst». Doch der goldene Ehrenorden des Festkomitees gilt als die prestigeträchtigste Auszeichnung.
Die Tradition der Karnevalsorden reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Was als scherzhafte Nachahmung militärischer Auszeichnungen begann, entwickelte sich zu einem wichtigen Teil der Karnevalskultur. Heute sind die Orden nicht nur Ehrungen, sondern auch Zeugnisse karnevalistischer Geschichte.
Wer in diesem Jahr mit dem «Fest in Gold» ausgezeichnet wird, bleibt oft bis kurz vor der Verleihung ein gut gehütetes Geheimnis. Die Spannung steigt, wenn das Festkomitee die Namen der Geehrten bekannt gibt.
Für die Träger ist der Orden nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Verpflichtung, das kölsche Brauchtum weiterzutragen. Sie werden zu Botschaftern des Karnevals und seiner Werte wie Gemeinschaft, Lebensfreude und Toleranz.
Der Kölner Karneval 2024 verspricht wieder viele festliche Momente, bei denen der goldene Ehrenorden im Rampenlicht stehen wird. Er symbolisiert die Wertschätzung für all jene, die den «Fastelovend» zu dem machen, was er ist: ein lebendiges Kulturerbe und ein Fest, das die Menschen verbindet.