Das kalte und klare Winterwetter bestimmt weiterhin den Alltag in Berlin und Brandenburg. Die Bewohner müssen sich auch in den kommenden Tagen auf Dauerfrost und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt einstellen. Gleichzeitig sorgt strahlender Sonnenschein für winterliche Postkartenidylle in der Region.
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bleibt es bis mindestens Ende der Woche überwiegend sonnig bei Tageshöchstwerten zwischen minus drei und minus einem Grad. In den Nächten sinken die Temperaturen noch deutlicher – stellenweise werden bis zu minus zwölf Grad erwartet, besonders in ländlichen Gebieten Brandenburgs.
«Wir haben eine stabile Hochdrucklage, die uns dieses klassische Winterwetter beschert», erklärt Meteorologe Frank Bachmann vom DWD. «Die kalte, trockene Luft sorgt für den klaren Himmel und die niedrigen Temperaturen.»
Die anhaltende Kälte hat bereits Auswirkungen auf den Alltag. Auf dem Müggelsee in Berlin-Köpenick hat sich eine erste dünne Eisschicht gebildet. Die Berliner Bäderbetriebe warnen jedoch eindringlich davor, die Eisflächen zu betreten. «Die Eisdecke ist noch viel zu dünn und instabil. Lebensgefahr besteht, wenn man einbricht», betont Sprecher Matthias Oloew.
Auch Obdachlosenhilfen in Berlin haben ihre Angebote verstärkt. Die Kältehilfe hat zusätzliche Notübernachtungsplätze eingerichtet. «Bei diesen Temperaturen kann ein Aufenthalt im Freien lebensgefährlich werden», erklärt Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission. «Unsere Notunterkünfte sind derzeit stark nachgefragt.»
Verkehrsteilnehmer müssen weiterhin mit glatten Straßen und Gehwegen rechnen. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) und der Winterdienst in Brandenburg sind im Dauereinsatz, um Hauptverkehrswege freizuhalten. «Wir streuen seit den frühen Morgenstunden», sagt BSR-Sprecherin Sabine Thümler. «Trotzdem sollten alle vorsichtig unterwegs sein, besonders auf weniger befahrenen Nebenstraßen.»
Die Brandenburger Obstbauern sehen die Frostperiode bisher gelassen. «Für die Obstgehölze ist der Frost im Winter sogar wichtig», erklärt Obstbauer Michael Schulz aus Werder. «Problematisch wird es erst, wenn es im Frühjahr nach der Blüte noch einmal friert.»
Während viele Berliner und Brandenburger über die Kälte klagen, freuen sich andere über das klare Winterwetter. In den Parks und Naherholungsgebieten sind zahlreiche Spaziergänger unterwegs. Die märkischen Seen mit ihrer dünnen Eisschicht und der Raureif auf Bäumen und Sträuchern bieten malerische Winterlandschaften.
Eine leichte Wetteränderung könnte laut DWD erst zum Wochenende eintreten. «Ab Sonntag deutet sich eine schwache Milderung an, eventuell mit leichtem Schneefall», prognostiziert Meteorologe Bachmann. «Die Dauerfrostperiode könnte dann langsam zu Ende gehen.»
Gesundheitsexperten raten besonders älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, sich gut vor der Kälte zu schützen und längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden. «Mehrere Kleidungsschichten, warme Getränke und regelmäßige Bewegung helfen, die Körperwärme zu erhalten», empfiehlt Dr. Claudia Weber vom Gesundheitsamt Berlin-Mitte.
Wer die Winterlandschaft genießen möchte, sollte sich also warm anziehen und die sonnigen Stunden für Spaziergänge nutzen – aber dabei stets auf ausreichend Schutz vor der Kälte achten und gefrorene Gewässer meiden.