In einer überraschenden Entwicklung hat Frankfurt am Main in einem aktuellen europäischen Städtevergleich prominente Metropolen wie London und Venedig hinter sich gelassen. Die Studie, durchgeführt von internationalen Stadtplanern und Tourismusexperten, untersuchte verschiedene Aspekte urbaner Lebensqualität und Attraktivität.
Frankfurts beeindruckende Position im Ranking basiert vor allem auf der gelungenen Verbindung zwischen moderner Infrastruktur und Lebensqualität. Die Mainmetropole punktet besonders durch ihr effizientes öffentliches Verkehrsnetz, das Besucher und Einwohner gleichermaßen schätzen. «Frankfurt hat in den letzten Jahren enorm in die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs investiert. Das zahlt sich jetzt aus», erklärt Stadtplanerin Martina Weber.
Im Vergleich zu London, wo Touristen oft über überfüllte U-Bahnen und hohe Ticketpreise klagen, bietet Frankfurt ein benutzerfreundlicheres System. Venedig hingegen, obwohl touristisch attraktiver, hat mit Überfüllung und begrenzter Zugänglichkeit zu kämpfen.
Die Studie hebt auch Frankfurts grüne Seite hervor. Mit dem Stadtwald, zahlreichen Parks und dem Mainufer verfügt die Stadt über ausgedehnte Erholungsflächen, die bei der Bewertung positiv ins Gewicht fielen. «Viele unterschätzen, wie grün Frankfurt tatsächlich ist», sagt Umweltdezernentin Claudia Schneider. «Fast 40 Prozent der Stadtfläche bestehen aus Grün- und Wasserflächen.»
Besonders bemerkenswert ist Frankfurts Erfolg in der Kategorie «Kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Überschaubarkeit». Während London und Venedig mit ihrer historischen und kulturellen Bedeutung punkten, schätzen Besucher an Frankfurt die kompakte Größe bei gleichzeitig internationalem Flair. «Man hat hier die Angebote einer Weltstadt, kann aber fast alles zu Fuß erreichen», beschreibt Thomas Müller vom Frankfurter Tourismusbüro.
Die Museumsufer-Landschaft, das vielfältige gastronomische Angebot und die Mischung aus historischer Altstadt und moderner Skyline schaffen ein einzigartiges urbanes Erlebnis. Frankfurt belegt damit im Gesamtranking einen bemerkenswerten dritten Platz, vor London (4.) und Venedig (7.).
Der Frankfurter Oberbürgermeister zeigt sich erfreut über das Ergebnis: «Diese Platzierung bestätigt unsere Bemühungen, Frankfurt als lebenswerte Stadt zu positionieren. Wir sind nicht nur ein Finanzzentrum, sondern eine Stadt mit hoher Lebensqualität.»
Kritiker merken allerdings an, dass Frankfurt bei Authentizität und historischem Charme hinter seinen Konkurrenten zurückbleibt. «Die Kriegszerstörungen und der modernistische Wiederaufbau haben viel vom alten Frankfurt verschwinden lassen», gibt Stadthistoriker Dr. Wolfgang Schmidt zu bedenken.
Dennoch: Die Balance zwischen wirtschaftlicher Stärke und urbaner Lebensqualität scheint in Frankfurt besonders gut zu gelingen. Die Stadt profitiert vom internationalen Flughafen, der hervorragenden Anbindung und ihrem Ruf als weltoffene, kosmopolitische Metropole.
Für den Tourismus könnte das Ranking positive Auswirkungen haben. Die Übernachtungszahlen in Frankfurt steigen seit Jahren kontinuierlich. «Wir beobachten, dass immer mehr Menschen Frankfurt nicht nur für Geschäftsreisen, sondern auch für Städtetrips entdecken», berichtet Lisa Hoffmann vom Hessischen Tourismusverband.
Die Ergebnisse des Rankings dürften Frankfurts Position als attraktives Reiseziel weiter stärken und zeigen, dass die Stadt mehr zu bieten hat als nur Banken und Hochhäuser. Mit diesem unerwarteten Erfolg im europäischen Vergleich hat Frankfurt bewiesen, dass manchmal die vermeintlich kleineren Metropolen die größeren Überraschungen bieten können.