Im Schatten des Europa-Park Stadions schwindet langsam die Herbstsonne, während sich der SC Freiburg auf ein entscheidendes Kapitel seiner internationalen Reise vorbereitet. Gegen Maccabi Tel Aviv steht für die Breisgauer ein Schlüsselmatch in der Europa League an. Die Bilanz spricht eine klare Sprache: Mit neun Punkten aus vier Spielen hat sich das Team von Christian Streich auf Platz 16 vorgearbeitet – eine Position, die direkten Achtelfinaleinzug bedeuten würde.
Die taktische Ausrichtung der Freiburger hat in dieser Europapokalsaison eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Die Defensive steht kompakter als noch in der Bundesliga. «International spielen wir geduldiger, kontrollierter», erklärt Kapitän Christian Günter nach dem Training. «Jeder weiß genau, wann er pressen muss und wann wir uns zurückziehen.» Diese Disziplin zahlte sich bereits beim überraschenden 2:0 gegen West Ham aus.
Beeindruckend ist die Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Mit sieben Treffern in vier Partien zeigt sich die Offensivabteilung treffsicher. Besonders Ritsu Doan blüht auf europäischem Parkett regelrecht auf. Der Japaner wirbelt die Abwehrreihen durcheinander. Drei direkte Torbeteiligungen unterstreichen seine Form.
Trainer Streich bleibt dennoch vorsichtig. «Maccabi ist unberechenbar, spielt mit großer Leidenschaft», warnt er vor Unterschätzung. «Für uns zählt jeder Punkt.» Die Fans spüren die Bedeutung des Abends. Schon beim Aufwärmen vibriert das Stadion förmlich. Die europäischen Nächte in Freiburg haben etwas Magisches entwickelt.
Mit einem Sieg könnte der Sportclub einen riesigen Schritt Richtung K.O.-Phase machen. Der Europa-Traum der Breisgauer lebt. Und während die Flutlichter immer heller erstrahlen, wächst die Vorfreude auf einen weiteren unvergesslichen Europapokalabend im Breisgau. Fußball-Europa schaut zu – Freiburg ist bereit.