Der Wind pfeift durch die Straßen, die Nase läuft und der Hals kratzt. Wer kennt es nicht – der klassische Winterinfekt hat zugeschlagen. Seit der Pandemie können wir uns in solchen Fällen telefonisch krankschreiben lassen. Eine Erleichterung, die viele nicht mehr missen möchten. Bundesgesundheitsministerin Lauterbach prüft nun, wie diese Regelung dauerhaft gestaltet werden kann.
Die telefonische Krankschreibung wurde ursprünglich als Corona-Maßnahme eingeführt. Mittlerweile ist sie aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können Patienten bis zu fünf Tage per Telefon krankgeschrieben werden. Voraussetzung: Der Arzt kennt den Patienten bereits. «Die Regelung hat sich bewährt und entlastet sowohl die Praxen als auch die Patienten», erklärt Dr. Michaela Weber vom Hausärzteverband.
Letzte Woche saß ich selbst mit Schnupfen und Husten zu Hause. Ein kurzer Anruf bei meiner Hausärztin genügte. Kein mühsamer Weg durch Wind und Wetter, kein volles Wartezimmer. Die Krankschreibung kam digital, ich konnte mich auskurieren. Genau solche Erfahrungen sammeln derzeit viele Deutsche.
Die Frage bleibt: Wird diese pragmatische Lösung zum Dauerzustand? Gesundheitsexperten sehen darin Chancen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Kritiker mahnen jedoch zur Vorsicht bei der Diagnosestellung ohne persönlichen Kontakt. In einer Zeit, in der digitale Lösungen immer mehr Raum einnehmen, könnte die telefonische Krankschreibung ein Baustein für ein patientenfreundlicheres Gesundheitssystem sein – ohne dabei die ärztliche Sorgfalt aus dem Blick zu verlieren.