Am Spielfeldrand der Hafenstraße herrscht bedrückende Stille, wo sonst leidenschaftliche Gesänge die Luft erfüllen. Die aktuelle Krise bei Rot-Weiss Essen spiegelt sich nicht nur in der Tabelle wider – nur drei Punkte aus den letzten fünf Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Die einst so stolze Traditionsmarke kämpft mit Problemen auf allen Ebenen.
Die sportliche Talfahrt ist nur die Spitze des Eisbergs. Personelle Umbrüche in der Führungsebene und taktische Inkonsistenz auf dem Platz bilden ein explosives Gemisch. «Wir befinden uns in einer schwierigen Phase, aber geben nicht auf«, betont Kapitän Vinko Sapina nach der jüngsten Niederlage. Die Mannschaft wirkt verunsichert, Automatismen funktionieren nicht mehr. Bei meinem letzten Stadionbesuch war die fehlende Bindung zwischen den Spielern mit Händen zu greifen.
Besonders die Defensivschwäche bereitet Kopfzerbrechen. 14 Gegentore in den letzten fünf Partien sind alarmierend für einen Drittligisten mit Aufstiegsambitionen. Trainer Christoph Dabrowski steht unter enormem Druck. «Wir müssen gemeinsam den Weg aus der Krise finden und wieder zu unseren Stärken zurückfinden», erklärt der Coach mit sorgenvollem Blick.
Für den Verein steht jetzt viel auf dem Spiel. Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Zukunftsausrichtung. RWE braucht dringend Stabilität – auf und neben dem Platz. Die Fans bleiben trotz allem treu. Ihre Leidenschaft könnte der Schlüssel sein, um die Chaos-Tage an der Hafenstraße endlich zu beenden.