Ein plötzlicher Kälteeinbruch sorgt in Berlin für frostige Temperaturen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Donnerstag eine amtliche Warnung vor strengem Frost herausgegeben. Die Temperaturen könnten in der Hauptstadt auf bis zu -10 Grad fallen.
«Diese Kältewelle kommt für viele Berliner überraschend, besonders nach den milderen Tagen der letzten Woche», erklärt Meteorologe Michael Weber vom DWD. Die Warnung gilt von Mittwochabend bis Donnerstagvormittag und betrifft das gesamte Stadtgebiet sowie das Berliner Umland.
Besonders in den frühen Morgenstunden wird es eisig kalt. In manchen Außenbezirken wie Spandau und Köpenick könnten die Temperaturen sogar noch tiefer sinken. Bewohner sollten ihre Wasserleitungen schützen und Vorsicht auf glatten Gehwegen walten lassen.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die S-Bahn bereiten sich auf die Kältewelle vor. «Wir haben zusätzliche Streufahrzeuge im Einsatz und unsere Weichenheizungen aktiviert», teilt BVG-Sprecherin Sandra Hoffmann mit. Dennoch kann es im öffentlichen Nahverkehr zu Verzögerungen kommen.
Die Kältehilfe Berlin hat ihre Kapazitäten erweitert. «In solchen Nächten ist es lebensgefährlich, im Freien zu übernachten», warnt Sozialarbeiter Thomas Müller. Die Notunterkünfte in der Stadt bieten zusätzliche Schlafplätze an. Die Kältehilfe-Hotline unter 030-81097-60 vermittelt Übernachtungsplätze für obdachlose Menschen.
Für besonders gefährdete Personen wie ältere Menschen und Kinder gilt erhöhte Vorsicht. Experten empfehlen, die Wohnung nur mit ausreichend warmer Kleidung zu verlassen und längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden.
Die Berliner Feuerwehr rät zudem: «Lassen Sie Ihre Wasseranschlüsse im Garten oder Keller nicht ungeschützt. Eingefrorene und geplatzte Leitungen können erhebliche Schäden verursachen.»
Ab Freitag sollen die Temperaturen langsam wieder ansteigen, bleiben aber zunächst im Minusbereich. Erst zum Wochenende rechnen die Meteorologen mit einer deutlichen Entspannung der Wetterlage.
Für viele Berliner Schüler beginnt der Tag mit Eiskratzen und dicken Jacken. «Die Klassenräume werden bereits seit der Nacht stärker beheizt», versichert die Senatsverwaltung für Bildung. Der Unterricht findet wie gewohnt statt.
Die Stadtreinigung BSR hat ihre Winterdienstflotte vollständig mobilisiert. Priorität haben die Hauptverkehrsstraßen, Zufahrten zu Krankenhäusern und wichtige Fußgängerüberwege. Die BSR bittet Hauseigentümer, ihrer Streupflicht auf Gehwegen nachzukommen.
Trotz der Kälte gibt es auch Positives: Der klare Himmel verspricht sonnige Tage, und die Berliner Seen bieten bei länger anhaltenden Minusgraden bald wieder Chancen zum Schlittschuhlaufen – allerdings erst, wenn die Eisflächen von den Behörden freigegeben werden.