Die Suche nach einem neuen Trainer bei Eintracht Frankfurt gestaltet sich komplizierter als erwartet. Nach dem feststehenden Abgang von Dino Toppmöller zum Saisonende bemühen sich die Verantwortlichen um einen geeigneten Nachfolger, doch die Entscheidung zieht sich in die Länge.
«Wir befinden uns in intensiven Gesprächen mit mehreren Kandidaten», erklärte Sportvorstand Markus Krösche bei einer Pressekonferenz am Wochenende. «Es ist wichtig, dass wir die richtige Entscheidung treffen und nicht überstürzt handeln.» Die Geduld der Frankfurter Fans wird damit weiter auf die Probe gestellt.
Mehrere Namen wurden in den vergangenen Wochen mit dem Bundesligisten in Verbindung gebracht. Zunächst galt der ehemalige Leverkusen-Coach Roger Schmidt als Favorit. Nach dessen Absage rückten weitere Kandidaten in den Fokus. Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu hören, dass Gespräche mit dem früheren Hoffenheimer Trainer Sebastian Hoeneß geführt wurden, bevor dieser seinen Vertrag beim VfB Stuttgart verlängerte.
«Die Trainersuche ist ein Puzzle mit vielen Teilen», beschreibt Aufsichtsratsmitglied Peter Fischer die aktuelle Situation. «Wir brauchen jemanden, der zur Philosophie des Vereins passt und gleichzeitig neue Impulse setzen kann.»
Die Anforderungen an den neuen Trainer sind hoch. Er soll die offensive Spielweise der Eintracht weiterentwickeln, junge Talente fördern und gleichzeitig die internationale Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen. Nach der Qualifikation für die Europa Conference League haben die Hessen klare Ziele für die kommende Saison.
Im Umfeld des Vereins mehren sich die Stimmen für eine interne Lösung. Der bisherige Co-Trainer Stefan Leitl genießt großen Rückhalt in der Mannschaft und kennt die Abläufe im Verein. «Er hat in den vergangenen Monaten bewiesen, dass er das Zeug zum Cheftrainer hat», meint Ex-Eintracht-Profi Alexander Meier.
Die Entscheidung könnte sich noch bis Anfang Juni hinziehen. Krösche betont: «Wichtiger als ein schneller Abschluss ist die Qualität der Entscheidung. Der neue Trainer soll mindestens für die nächsten zwei bis drei Jahre eine Perspektive haben.»
Für die Kaderplanung bedeutet die offene Trainerfrage eine zusätzliche Herausforderung. Potenzielle Neuzugänge wollen wissen, mit wem sie künftig zusammenarbeiten werden. «Wir sind trotzdem handlungsfähig», versichert Krösche. «Die grundsätzliche Ausrichtung steht, unabhängig von der Trainerfrage.»
Die Frankfurter Fans reagieren unterschiedlich auf die Verzögerung. In sozialen Netzwerken fordern einige mehr Transparenz bei der Suche, andere vertrauen auf die Expertise der Vereinsführung. «Lieber etwas länger suchen und den Richtigen finden als schnell entscheiden und es später bereuen», fasst ein Fanclub-Vorsitzender die vorherrschende Meinung zusammen.
Eines steht fest: Die Eintracht will mit dem neuen Trainer an die erfolgreichen Jahre anknüpfen. Der Europa-League-Sieg 2022 hat die Erwartungen hochgeschraubt. Der neue Mann an der Seitenlinie soll helfen, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.