In der Dortmunder Nordstadt fielen am späten Dienstagabend Schüsse, die einen Mann das Leben kosteten und die Anwohner in Angst und Schrecken versetzten. Nach Informationen unserer Redaktion ereignete sich der Vorfall gegen 22:30 Uhr im Bereich der Schützenstraße, einer bekannten Gegend im Hafenviertel.
Augenzeugen berichten von einer regelrechten Hinrichtung. Über 20 Schüsse sollen gefallen sein, als mehrere Personen einen Mann angriffen. Das Opfer erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Die Polizei hat den Bereich weiträumig abgesperrt und umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.
«Ich hörte plötzlich mehrere laute Knallgeräusche und dachte erst an Feuerwerk», berichtet eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. «Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich einen Mann am Boden liegen und mehrere Personen, die in verschiedene Richtungen flüchteten.»
Die Mordkommission hat noch in der Nacht ihre Arbeit aufgenommen. Kriminaltechniker sicherten zahlreiche Patronenhülsen und andere Spuren am Tatort. Über die Identität des Opfers und mögliche Hintergründe der Tat hält sich die Polizei bislang bedeckt. Es wird jedoch vermutet, dass die Tat im Zusammenhang mit Konflikten im kriminellen Milieu stehen könnte.
Die Nordstadt, eines der sozialen Brennpunktviertel Dortmunds, ist seit Jahren für Probleme mit Drogenhandel, Bandenkriminalität und Gewaltdelikten bekannt. Stadtteilmanagerin Carola Meier bemüht sich um Deeskalation: «Solche Vorfälle sind natürlich schockierend für alle Bewohner. Wir arbeiten eng mit Polizei und Sozialarbeitern zusammen, um das Sicherheitsgefühl im Viertel wiederherzustellen.»
Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal zeigte sich betroffen: «Diese Gewalttat ist absolut inakzeptabel. Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um die Sicherheit in der Nordstadt zu verbessern. Die Täter müssen schnellstmöglich gefasst werden.»
Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und bittet Zeugen, die Hinweise zum Tatgeschehen oder zu den flüchtigen Tätern geben können, sich umgehend zu melden. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass bereits mehrere Hinweise eingegangen sind, die nun ausgewertet werden.
Für viele Anwohner ist der Vorfall ein weiterer Tiefpunkt in der angespannten Sicherheitslage. «Wir leben hier mit der ständigen Angst», sagt Hakan Yilmaz, der seit 15 Jahren in der Nordstadt wohnt. «Meine Kinder dürfen abends nicht mehr allein auf die Straße. So kann es nicht weitergehen.»
Laut Kriminalstatistik ist die Nordstadt trotz verstärkter Polizeipräsenz und sozialer Projekte weiterhin der Stadtteil mit der höchsten Kriminalitätsrate in Dortmund. Anwohnervertreter fordern seit langem mehr Unterstützung und ein umfassendes Sicherheitskonzept für das Viertel.
Die Polizei hat ihre Präsenz in der Gegend verstärkt und führt verstärkt Kontrollen durch. Ob es sich bei dem Angriff um eine gezielte Tat handelte oder ob auch unbeteiligte Personen gefährdet waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Beamten hoffen auf weitere Zeugenhinweise, um die Täter schnell fassen zu können.