Ein Hauch von Luxus und erlesener Genuss zieht am Wochenende durch Berlin. Das Trüffel Festival 2024 öffnet seine Pforten und verwandelt die Hauptstadt in ein Paradies für Feinschmecker. Von Freitag bis Sonntag dreht sich in der Markthalle Neun in Kreuzberg alles um die kostbare Knolle, die als Königin unter den Pilzen gilt.
«Wir möchten den Berlinern die Vielfalt der Trüffelwelt näherbringen», erklärt Festivalleiterin Margarete Weber. «Viele kennen Trüffel nur vom Hörensagen oder als teures Extra auf der Speisekarte. Hier können sie probieren, lernen und genießen.» Das Festival bietet eine Mischung aus Verkostungen, Kochshows und Informationsveranstaltungen rund um die begehrte Delikatesse.
Besonders stolz sind die Veranstalter auf die Teilnahme regionaler Trüffelsucher. Brandenburg entwickelt sich zunehmend zu einem Anbaugebiet für die heimische Burgundertrüffel. «Es überrascht viele Besucher, dass wir mittlerweile auch vor unserer Haustür Trüffel finden», berichtet Klaus Schönfeld, der mit seinem Trüffelhund Luna auf seinem Gut bei Potsdam Trüffel kultiviert. «Die Qualität kann sich durchaus mit internationalen Sorten messen.»
Das Herzstück des Festivals ist der Marktbereich, wo Händler aus Italien, Frankreich und Deutschland ihre Produkte präsentieren. Von frischen Trüffeln über Trüffelöl bis hin zu Pasta mit Trüffelcreme – die Vielfalt ist beeindruckend. Die Preise für frische Trüffel beginnen bei etwa 2 Euro pro Gramm für die heimische Burgundertrüffel. Die besonders begehrte weiße Alba-Trüffel aus Italien kostet deutlich mehr – bis zu 9 Euro pro Gramm.
Für Festival-Neuling Maria Schmidt ist der Besuch ein besonderes Erlebnis: «Ich hatte vorher noch nie frische Trüffel probiert. Der Geschmack ist unglaublich intensiv und viel komplexer als gedacht.» Sie hat sich für ein Glas Trüffelhonig entschieden – «ein kleines Luxusgeschenk für mich selbst», wie sie lächelnd erzählt.
Neben dem Marktbereich locken Workshops, bei denen Besucher lernen, wie sie Trüffel richtig verwenden können. Spitzenköche zeigen, dass die teure Zutat nicht nur in Haute Cuisine, sondern auch in einfachen Gerichten glänzen kann. «Ein frisches Ei mit gehobelter Trüffel ist eines der schönsten Gerichte überhaupt», schwärmt Sternekoch Michael Hoffmann während seiner Vorführung.
Auch für Familien bietet das Festival Programmpunkte. Kinder können bei einer «Trüffeljagd» teilnehmen – allerdings suchen sie dabei nach versteckten Schokoladentrüffeln. «Wir möchten die Begeisterung für gutes Essen schon früh wecken», erklärt Organisatorin Weber.
Faszinierend sind die Vorführungen mit Trüffelhunden. Die speziell ausgebildeten Tiere demonstrieren, wie sie mit ihrer feinen Nase die verborgenen Schätze im Erdreich aufspüren. «Ein guter Trüffelhund ist unbezahlbar», erklärt Hundetrainerin Sabine Müller. «Die Ausbildung dauert mindestens ein Jahr, und nicht jeder Hund bringt das nötige Talent mit.»
Biologin Dr. Petra Meiners klärt in ihrem Vortrag über Mythen und Fakten rund um den Edelpilz auf: «Trüffel wachsen unterirdisch in Symbiose mit bestimmten Baumwurzeln. Sie benötigen spezielle Bodenbedingungen, was sie so selten und wertvoll macht.» Sie betont auch die Herausforderungen durch den Klimawandel: «Traditionelle Trüffelgebiete in Südeuropa leiden unter Trockenheit, während in Deutschland neue Potenziale entstehen.»
Das Festival spiegelt auch einen Trend wider: Immer mehr Landwirte in Brandenburg experimentieren mit Trüffelplantagen. «Der Klimawandel schafft hier teilweise günstigere Bedingungen», erklärt Forstwirt Johannes Becker. «Eine Trüffelplantage braucht zwar Geduld – die ersten Pilze wachsen erst nach etwa sieben Jahren – kann dann aber über Jahrzehnte Erträge bringen.»
Nicht nur Gourmets finden am Festival Gefallen. «Es ist faszinierend, wie viel Kultur und Geschichte mit diesem kleinen Pilz verbunden ist», meint Besucherin Claudia Richter, die sich besonders für den kulturhistorischen Vortrag über die Bedeutung der Trüffel seit der Antike interessiert.
Wer das Festival besucht, sollte Zeit mitbringen. Die Vorträge und Verkostungen sind gut besucht, und besonders am Samstagnachmittag wird es voll in der Markthalle. Der Eintritt beträgt 10 Euro, Kinder unter 12 Jahren haben freien Zugang.
«Das Festival zeigt, dass Trüffel mehr sind als ein Luxusprodukt», resümiert Veranstalterin Weber. «Sie sind ein Kulturgut mit einer jahrtausendealten Tradition, das Menschen zusammenbringt und Genuss in seiner reinsten Form bietet.»
Das Berlin Trüffel Festival 2024 in der Markthalle Neun ist noch bis Sonntag, 20 Uhr geöffnet. Neben den regulären Programmpunkten findet am Sonntagmittag ein Trüffel-Brunch statt, für den allerdings eine separate Anmeldung erforderlich ist.