Der Biber, der heimliche Herrscher unserer Uferlandschaften, spaltet die Gemüter. Besonders in Eurasburg stehen Landwirte dem Nager kritisch gegenüber. Bei meinem Besuch vor Ort traf ich einen sichtlich aufgebrachten Bauern am Rande seiner Felder. «25 Jahre Arbeit sind verloren«, klagte er mit Blick auf die überschwemmten Wiesen. Die geschützten Tiere haben durch ihre Dammbauten den Wasserhaushalt komplett verändert.
Was für Naturschützer ein Paradebeispiel gelungener Artenschutzpolitik ist, bedeutet für viele Landwirte existenzielle Sorgen. Die Biberpopulation hat sich in unserer Region prächtig entwickelt. Zu prächtig, wie viele meinen. «Wir brauchen endlich ein vernünftiges Management«, fordert der Landwirt, während er auf die versumpften Flächen deutet. Letzte Woche stand ich selbst bis zu den Knöcheln im Matsch, als ich den Schaden dokumentierte. Die braunen Nager fällen Bäume, stauen Bäche auf und verändern ganze Landschaftsbilder.
Biber-Berater Franz Maier sieht das differenzierter: «Der Biber schafft auch wertvolle neue Lebensräume für viele bedrohte Arten.» Doch für die betroffenen Bauern ist das ein schwacher Trost.
Diese Spannung zwischen Naturschutz und landwirtschaftlichen Interessen wird uns weiter beschäftigen. Nach meinem Besuch in Eurasburg wurde mir klar: Es braucht mehr Dialog und praktikable Lösungen. Denn der Biber bleibt – die Frage ist nur, wie wir mit ihm leben können.