Die Stille in den Abflughallen ostdeutscher Flughäfen ist fast greifbar. Während an vielen deutschen Airports die Schlangen wieder länger werden, herrscht in Leipzig, Dresden und Erfurt eine seltsame Leere. Besonders frappierend: Die Passagierzahlen haben selbst das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht. Eine Entwicklung, die mich bei meiner letzten Reportagereise durch die östlichen Bundesländer nachdenklich stimmte.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In Leipzig-Halle wurden im vergangenen Jahr nur 2,1 Millionen Passagiere abgefertigt – ein Rückgang von fast 25 Prozent gegenüber 2019. Dresden und Erfurt kämpfen mit ähnlichen Einbrüchen. Dabei boomt der Luftverkehr andernorts wieder. «Die ostdeutschen Airports leiden unter strukturellen Problemen, die durch die Pandemie noch verstärkt wurden», erklärt Luftfahrtexperte Thomas Reichert. Anders als in Westdeutschland fehle es an einer breiten Mittelschicht, die regelmäßig fliegt. Zudem haben sich viele Low-Cost-Carrier zurückgezogen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Gespräch mit einer Café-Betreiberin am Dresdner Flughafen. «Früher herrschte hier reges Treiben, heute kann ich die Gäste an einer Hand abzählen», erzählte sie mir seufzend. Der Kontrast zu meinem Umsteigestopp in München vergangene Woche hätte kaum größer sein können.
Die Entwicklung wirft Fragen zur Zukunftsfähigkeit der regionalen Luftfahrtinfrastruktur auf. Während Fracht-Hubs wie Leipzig-Halle prosperieren, bleibt der Passagierverkehr das Sorgenkind. Vielleicht liegt darin aber auch eine Chance. Weniger, dafür strategisch klügere Verbindungen könnten die Lösung sein. Für mich zeigt sich hier wie unter einem Brennglas: Die deutsche Einheit bleibt auch im Luftraum ein Projekt mit Höhen und Tiefen.