Über 10.000 junge Menschen strömten vergangenes Wochenende in die Messe Dresden. Die Karrierestart 2024 erwies sich erneut als wichtiger Treffpunkt für Ausbildungs- und Studiensuchende. Drei Tage lang präsentierten mehr als 420 Aussteller ihre Angebote und boten Orientierung in der vielfältigen Berufswelt.
«Die Begeisterung der Jugendlichen war deutlich spürbar«, berichtet Messeleiter Thomas Münz. «Viele kamen mit konkreten Fragen und haben gezielt nach Praktika, Ausbildungsplätzen oder dualen Studiengängen gefragt.» Besonders erfreulich sei die aktive Beteiligung der Besucher gewesen.
Großes Interesse weckten die praktischen Mitmachangebote. Am Stand der Handwerkskammer Dresden konnten Interessierte erste Erfahrungen in verschiedenen Handwerksberufen sammeln. «Wir hatten durchgehend Andrang an unseren Werkbänken», freut sich Kammerpräsidentin Heidi Schmidt. «Viele entdecken erst durch das eigene Ausprobieren, wieviel Kreativität und modernes Know-how im Handwerk steckt.»
Die regionalen Unternehmen zeigten sich mit der Resonanz zufrieden. «Wir haben über 80 vielversprechende Gespräche geführt und bereits mehrere Praktika vereinbart», erklärt Personalerin Sandra Weber vom Dresdner IT-Unternehmen DigiSolutions. «Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind solche direkten Kontakte unbezahlbar.»
Neben klassischen Ausbildungsberufen standen auch akademische Bildungswege im Fokus. Die Technische Universität Dresden und andere Hochschulen informierten über ihre Studiengänge. «Die Kombination aus Theorie und Praxis beim dualen Studium stößt auf wachsendes Interesse«, beobachtet Studienberater Prof. Dr. Markus Winter.
Begleitend fanden über 60 Vorträge und Workshops statt. Themen wie Bewerbungsstrategien, Auslandsaufenthalte und Finanzierungsmöglichkeiten für die Ausbildung wurden praxisnah vermittelt. Der Workshop «Erfolgreich im Vorstellungsgespräch» war bereits Wochen im Voraus ausgebucht.
Auch Eltern nutzten die Gelegenheit, sich gemeinsam mit ihren Kindern zu informieren. «Als Mutter eines 15-jährigen Sohnes fühle ich mich oft überfordert mit den vielen Möglichkeiten», gesteht Claudia Richter aus Radebeul. «Hier bekommen wir einen guten Überblick und können direkt mit Ausbildern und Studierenden sprechen.»
Für Schüler wie den 16-jährigen Max aus Dresden-Striesen war die Messe ein wichtiger Orientierungspunkt: «Ich schwanke zwischen einer Ausbildung als Mechatroniker und einem Informatikstudium. Nach den Gesprächen tendiere ich zu einer dualen Ausbildung – da verdiene ich früher mein eigenes Geld und habe trotzdem gute Aufstiegschancen.»
Die Veranstalter ziehen ein positives Fazit. Mit einer Steigerung der Besucherzahlen um etwa 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich: Das Interesse an beruflicher Orientierung ist ungebrochen hoch. «Die Karrierestart bleibt eine wichtige Plattform, um Bildungsangebote sichtbar zu machen und den Fachkräftenachwuchs zu sichern», betont Oberbürgermeister Dirk Müller, der die Messe am Freitag eröffnet hatte.
Die nächste Karrierestart-Messe ist bereits terminiert. Vom 24. bis 26. Januar 2025 werden erneut tausende Besucher in der Messe Dresden erwartet. Interessierte Aussteller können sich ab Mai 2024 anmelden.
Für diejenigen, die die Messe verpasst haben, bietet die Webseite der Karrierestart eine Übersicht teilnehmender Unternehmen und Bildungseinrichtungen sowie Kontaktmöglichkeiten. Zudem veranstaltet die Agentur für Arbeit Dresden regelmäßig Beratungstage in Schulen und im Berufsinformationszentrum.
Die große Resonanz unterstreicht: Der persönliche Austausch zwischen Jugendlichen und potenziellen Arbeitgebern bleibt auch im digitalen Zeitalter unverzichtbar für den erfolgreichen Start ins Berufsleben.