Beim 1:1 gegen Mönchengladbach offenbarte der VfB Stuttgart alte Schwächen im Torabschluss. Trainer Sebastian Hoeneß zeigte sich dennoch zufrieden mit einer «recht guten Saison» – ein Statement, das im Umfeld des Champions-League-Teilnehmers für Diskussionen sorgt. Die Stuttgarter stehen nach sieben Spieltagen mit nur neun Punkten auf Rang acht, weit entfernt von den Erwartungen nach der sensationellen Vizemeisterschaft.
«Wir erspielen uns gute Chancen, aber die Effizienz fehlt momentan», analysierte Kapitän Waldemar Anton nach dem Gladbach-Spiel. Die Zahlen bestätigen: 13 Torschüsse, aber nur ein Treffer. Deniz Undav, der seine Torlaune aus der Vorsaison noch nicht wiedergefunden hat, betonte: «Wir müssen einfach kaltschnäuziger werden. Die Qualität ist da, nur der letzte Punch fehlt.» Die Doppelbelastung durch die Königsklasse macht sich bemerkbar. Besonders die Defensive wirkt nicht mehr so stabil wie in der Vorsaison – bereits 13 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache.
Im Ludwigsburger Fanclub «Cannstatter Kurve» erlebte ich vor dem Spiel hitzige Debatten. Die Erwartungshaltung ist gestiegen. «Nach dem zweiten Platz kann eine ‹recht gute Saison› nicht der Anspruch sein», meinte ein langjähriger Anhänger. Hoeneß wird seine Aussage wohl überdenken müssen. Die kommenden englischen Wochen werden zeigen, ob der VfB die Balance zwischen Bundesliga und Champions League finden kann. Für die Stuttgarter steht fest: Die Messlatte liegt nach dem Vorjahr deutlich höher.