Der Streit um unsere Renten nimmt wieder Fahrt auf. Seit gestern liegen die Pläne der Ampel-Koalition auf dem Tisch. Als ich die Details studierte, wurde mir klar: Hier geht es um nicht weniger als die Zukunft von Millionen Menschen. Das Rentenpaket II soll das System bis 2039 stabilisieren – doch die Meinungen könnten kaum unterschiedlicher sein.
Die geplante «Aktienrente» ist dabei der umstrittenste Punkt. Künftig sollen Milliarden am Kapitalmarkt angelegt werden, um die Rentenbeiträge stabil zu halten. «Wir schaffen eine generationengerechte Lösung für ein stabiles Rentenniveau«, verkündet Arbeitsminister Hubertus Heil selbstbewusst. Doch viele Experten bezweifeln, dass die Maßnahmen ausreichen. Erst letzte Woche sprach ich mit meiner Nachbarin, Rentnerin seit drei Jahren. «Ich komme gerade so über die Runden», erzählte sie mir bei einer Tasse Kaffee.
Fakt ist: Das Rentenniveau soll bei 48 Prozent des Durchschnittslohns bleiben. Die Beiträge werden jedoch steigen – von heute 18,6 auf 22,3 Prozent bis 2035. Die Opposition kritisiert die Reform als unzureichend. Ökonomen fordern längere Lebensarbeitszeit. Gleichzeitig wächst die Sorge vor Altersarmut.
Die Rentendiskussion zeigt unser gesellschaftliches Dilemma: Wie finanzieren wir ein würdiges Altern in einer alternden Gesellschaft? Eine Frage, die uns alle betrifft – egal ob 20 oder 60. Die Lösung wird mehr erfordern als nur diese Reform. Sie verlangt einen neuen Generationenvertrag, der Sicherheit und Gerechtigkeit verbindet.