Die Stuttgarter Innenstadt steht vor einer spürbaren Verbesserung im öffentlichen Nahverkehr. Ab September 2024 soll die Buslinie 42 deutlich häufiger verkehren und damit das Mobilitätsangebot für Anwohner und Besucher erheblich ausbauen. Der Verkehrsausschuss des Gemeinderats hat dieser Taktverdichtung kürzlich zugestimmt.
Die Buslinie 42 verbindet wichtige Knotenpunkte wie den Hauptbahnhof, die Schlossstraße und den Erwin-Schöttle-Platz. Bisher fährt der Bus alle zehn Minuten durch die Innenstadt. Nach der geplanten Umstellung werden die Busse im dichten 5-Minuten-Takt verkehren. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die steigenden Fahrgastzahlen besser zu bewältigen und den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten.
«Mit der Taktverdichtung reagieren wir auf den hohen Bedarf», erklärt Thomas Meyer, Sprecher der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). «Die Linie 42 ist besonders zu Stoßzeiten stark frequentiert. Viele Pendler und Einkaufende nutzen diese zentrale Verbindung durch die Innenstadt.»
Die Verbesserung der Taktfrequenz ist Teil eines umfassenderen Konzepts zur Stärkung des ÖPNV in Stuttgart. Die Stadt möchte damit mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen. Dies soll nicht nur die Verkehrsbelastung in der Innenstadt reduzieren, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Die Stadtverwaltung rechnet mit jährlichen Mehrkosten von etwa 750.000 Euro für die Taktverdichtung. Diese Investition wurde im Ausschuss trotz angespannter Haushaltslage als notwendig erachtet, um die Mobilitätswende voranzutreiben.
Anwohner der Stuttgarter Innenstadt begrüßen die geplante Änderung überwiegend positiv. «Ich nutze die Linie 42 fast täglich. Ein dichterer Takt würde bedeuten, dass ich kaum noch auf den Bus warten müsste», sagt Marion Bauer, Anwohnerin der Königstraße.
Für Besucher der Stuttgarter Innenstadt bedeutet die Verbesserung ebenfalls einen Gewinn. Wer zum Einkaufen oder für kulturelle Veranstaltungen in die City kommt, kann flexibler planen. Der 5-Minuten-Takt reduziert Wartezeiten erheblich und macht spontane Fahrten leichter möglich.
Auch der Einzelhandel in der Innenstadt erhofft sich positive Effekte. «Eine bessere ÖPNV-Anbindung kann mehr Kunden in die Geschäfte bringen», meint Robert Klein vom Handelsverband Stuttgart. «Besonders wichtig ist das in Zeiten, wo der stationäre Handel mit dem Online-Geschäft konkurrieren muss.»
Die SSB plant, rechtzeitig vor der Umstellung eine Informationskampagne zu starten. Fahrgäste sollen über Aushänge an Haltestellen, die SSB-Website und Social-Media-Kanäle über die neuen Fahrzeiten informiert werden. Zudem werden die Fahrpläne entsprechend angepasst.
Der Ausbau der Linie 42 ist nur ein Baustein in der Verkehrsstrategie der Landeshauptstadt. Stuttgart möchte bis 2030 den ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehr deutlich steigern. Dazu gehören neben Taktverdichtungen auch der Ausbau des Streckennetzes und die Modernisierung der Fahrzeugflotte.
«Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr ist entscheidend für die Lebensqualität in der Stadt», betont Verkehrsbürgermeister Martin Föll. «Mit kürzeren Taktzeiten machen wir das Busfahren komfortabler und konkurrenzfähiger gegenüber dem Auto.»
Die Umsetzung des neuen Fahrplans beginnt im September 2024. Bis dahin werden auch technische und personelle Voraussetzungen für den dichteren Takt geschaffen. Die SSB muss zusätzliche Fahrzeuge bereitstellen und neue Fahrer einstellen, um den Betrieb zuverlässig gewährleisten zu können.
Für die Zukunft sind weitere Verbesserungen im Stuttgarter ÖPNV-Netz geplant. Die Stadt prüft derzeit, welche anderen Linien von ähnlichen Taktverdichtungen profitieren könnten. Besonders im Blick sind dabei weitere stark frequentierte Verbindungen in und um die Innenstadt.